Pirat Ortner wechselt zu den Liberalen



Beckum (scl) - Ratsherr Michael Ortner wechselt die Fronten. Das bisherige Mitglied der Piratenpartei tritt in die FDP und gleichzeitig in die nunmehr dreiköpfige liberale Fraktion ein. Das haben Ortner und FDP-Fraktionsvorsitzender Timo Przybylak in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt.

Ein Händedruck zwischen Ex-Pirat Michael Ortner (l.) und Timo Przybylak besiegelte die neue Zusammenarbeit.

Przybylak sprach zur Begründung des Schrittes davon, dass man sich in Sachfragen in der Vergangenheit bereits weitgehend einig gewesen sei. Darum solle mit Ortners Parteieintritt eine weitere Zusammenarbeit fixiert werden. Mit Blick unter anderem auf die Einleitung des Bürgerentscheids gegen Beigeordnete in der Stadtverwaltung Beckum, bei dem Ortner und FDP gemeinsam mit der CDU an einem Strang zogen, kommt der Ex-Pirat zu folgendem Schluss: „Ich sehe damit meine kommunalpolitische Heimat bei der FDP Beckum.“

Michael Oertner ist 58 Jahre alt und gehört dem Stadtrat seit der Kommunalwahl im Mai 2014 an. Seinerzeit erzielten die Piraten, für die er kandidierte, 2,6 Prozent der Stimmen. Damit zog Ortner, der als Direktkandidat 5,1 Prozent im Wahlkreis 17 verbuchte, als einziger Vertreter der Piratenpartei in den Rat ein. In der Folgezeit schloss er sich bei Entscheidungen häufig den politischen Positionen von Union und Liberalen an.

Als Schwerpunkte seiner politischen Arbeit nannte Ortner vor der Kommunalwahl Seniorenpolitik sowie die Themenbereiche Energieerzeugung und -verteilung und politische Teilhabe. Auch für Transparenz als Basis für politische Mitbestimmung wollte Ortner sich stark machen.

Enttäuscht zeigte sich Pia Hermans, Kreistagsmitglied der Piraten, über Ortners Entscheidung. Sie hätte sich gewünscht, dass der Beckumer Ratsherr zuvor das Gespräch mit seinen bisherigen Mitstreitern gesucht hätte, sagte sie der „Glocke“. Besonders bitter sei es, dass nun eines der beiden gemeinschaftlich mühsam errungenen Piraten-Mandate in kreisangehörigen Kommunen verloren ginge. Ohne Ortner kritisieren zu wollen, sagte Hermans, dass sie einen Verzicht auf den Ratssitz bei Parteiwechsel angemessen gefunden hätte. „Denn das Mandat gehört der Partei“, erklärte sie.

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