Plattenvertrag durch „Hallo Engel“



Rietberg-Mastholte (ng) - Zehn Jahre hatte er seine Tochter nicht gesehen. Als Vivien vier war, gab es den für lange Zeit letzten Kontakt zwischen Vater und Tochter. Seine Trauer verarbeitete Band- und Partysänger Michael Esprit aus Mastholte in einem Lied. Es trägt den Titel „Hallo Engel“ – und könnte dem 47-Jährigen mit etwas Glück einen Plattenvertrag einbringen.

Mit dem selbst geschriebenen Stück "Hallo Engel" nimmt der Mastholter Sänger Michael Esprit an einer Castingshow des Deutschen Musikfernsehens teil.

Die Entscheidung wird jedoch erst im Finale des Volksmusikwettbewerbs fallen, an dem sich Michael Esprit heute Abend beteiligt. Das Deutsche Musikfernsehen, ein frei empfangbarer digitaler Spartensender, veranstaltet das Casting in mehreren Monatsetappen. Jeweils zehn Kandidaten müssen sich alle vier Wochen dem Votum der Fernsehzuschauer stellen. Wer die meisten Stimmen erhält, schafft es ins Finale, das im Dezember ausgestrahlt wird.

Seit 25 Jahren auf der Bühne

„Ein eigenes Album, produziert und vermarktet von einem bekannten Plattenlabel wie ,Telamo‘, das wäre schon etwas“, sagt Michael Esprit, der seit 25 Jahren unter diesem Künstlernamen bei Familienfesten und Firmenfeiern auf der Bühne steht und sein Pseudonym inzwischen sogar in seinen Personalausweis eintragen ließ. „Bei der Firma sind Stars wie Anna-Maria Zimmermann unter Vertrag“, gerät der gebürtige Lippstädter, der mit seiner jetzigen Ehefrau seit vier Jahren an der Mastholter Schillerstraße wohnt, ins Schwärmen.

Die Herzen berühren

Die Herzen der Menschen berühren wolle er mit seiner Musik, sagt Michael Esprit. Mit dem Titel „Hallo Engel“, den er seiner inzwischen 14 Jahre alten Tochter gewidmet hat, gelingt ihm das offenbar ganz besonders. „Viele Zuhörer waren zu Tränen gerührt“, erinnert sich der Sänger an die Studioaufzeichnung für die Juni-Ausgabe des Volksmusikwettbewerbs, die am vergangenen Wochenende in Vilshofen bei Passau über die Bühne ging. Ausgestrahlt wird die Sendung am heutigen Samstag ab 20.15 Uhr im Deutschen Musikfernsehen. Danach beginnt das Zuschauervoting. „Ob ich im Dezember im Finale dabei bin, erfahre ich leider erst Anfang Juli“, erklärt Esprit.

Fernsehauftritt hat sich bereits gelohnt

Gelohnt hat sich der Fernsehauftritt für ihn aber schon jetzt allemal. Denn nach der Aufzeichnung in Bayern hat er seine Tochter Vivien, die mit ihrer Mutter im benachbarten Thüringen lebt, besucht. „Über Facebook hatte ich im Vorfeld den Kontakt zu meiner früheren Lebensgefährtin hergestellt“, sagt Michael Esprit. „Ich war so froh, dass sie es mir erlaubt hat, Vivien endlich wieder zu sehen.“

Wiedersehen mit der Tochter

Nach der Trennung hatte ihm seine frühere Partnerin den Kontakt zur gemeinsamen Tochter untersagt. „Das war ein schwerer Schlag für mich“, erinnert sich Michael Esprit. Seine Gefühle verarbeitete er 2003 in dem selbst geschriebenen Lied „Hallo Engel“, einer Art gesungenem Brief an Vivien. „Du musstest leiden, weil sie es nicht verkraften konnte, aber treffen wollte sie doch nur mich“, heißt es darin. Trotz aller Trauer bleibt in der Ballade auch Raum für Hoffnung: „Irgendwann wirst du vor mir stehen, und ich werde heulen vor Glück“, singt Michael Esprit. „Als ich vor mehr als zehn Jahren diese Zeilen schrieb, konnte ich nicht ahnen, dass sie irgendwann Realität werden würden“, sagt der Mastholter. Künftig werde er seine Tochter regelmäßig sehen, das sei mit ihrer Mutter so vereinbart. „In den Sommerferien besucht mich Vivien für eine ganze Woche“, freut sich der Vater. „Und wer weiß, vielleicht machen wir dann gemeinsam etwas Musik.“

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