Prinz zur Lippe lehnt Nationalpark



Detmold (dpa) - Die Planungen für einen Nationalpark Teutoburger Wald stoßen beim Großgrundbesitzer Stephan Prinz zur Lippe auf erbitterten Widerstand. Der Prinz werde sich "an der Planung und Umsetzung nicht beteiligen" und keinen Boden zur Verfügung stellen, berichtete ein Sprecher am Freitag.

Der Teutoburger Wald als Nationalpark? Stephan Prinz zur Lippe lehnt das ab.

Der Familie gehört rund ein Fünftel der angedachten Fläche des Nationalparks. „Ohne die Zustimmung des Eigentümers ist eine Einbeziehung seines Waldes in den geplanten Nationalpark ausgeschlossen“, hieß es weiter.

Das nordrhein- westfälische Umweltministerium plant in den Kreisen Lippe, Paderborn und Höxter einen fast 9000 Hektar großen Park. Die Grünen im Düsseldorfer Landtag reagierten empört. „Wir leben nicht mehr in der Monarchie - der Nationalpark Teutoburger Wald kommt auch ohne einen Prinzen aus“, sagte Politikerin Sigrid Beer.

Es sei „kein Quadratmeter des Prinzenbesitzes für den Nationalpark notwendig“. Anstatt sich an den Arbeitsgruppen zu beteiligen, versuche der Prinz zu Lippe, „seine private Meinung öffentlichen Gremien aufzudrängen“.

In dem für den Nationalpark vorgesehenen Gebiet leben die Wildkatze, der Uhu, 13 verschiedene Fledermausarten und der seltene Schwarzstorch. Im Juni hatte das Umweltministerium ein Gutachten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz vorgelegt, wonach das Gebiet alle Voraussetzungen für einen Nationalpark erfüllt.

Der Sprecher des Prinzen sprach von „eindeutigen politischen Vorfestlegungen“. Zur Lippe werde „an keinem Runden Tisch mehr teilnehmen“, hieß es weiter. „Das Haus Lippe sorgt seit Jahrhunderten für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes, die zu seinem jetzigen hervorragenden Erhaltungszustand geführt hat.“ Laut einer IHK-Umfrage unter 160 Holz- und Forstwirtschaftsfirmen in Ostwestfalen-Lippe sind drei Viertel gegen den geplanten Park.

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