Prozess gegen falschen Impfarzt hält trotz Verständigung an



Mit gefälschten Urkunden soll sich ein 33-jähriger Mann die Stelle als Leiter des Impfzentrums der Stadt Hagen erschlichen haben. Trotz seines Geständnisses und einer Verständigung mit dem Gericht werden zahlreiche Zeugen vernommen.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild DPA

Hagen (dpa/lnw) - Im Prozess gegen einen mutmaßlichen falschen Arzt, der sich mit unechten Urkunden die Stelle als Leiter des Hagener Impfzentrums erschlichen haben soll, hat das Hagener Landgericht am Dienstag zahlreiche Zeugen vernommen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie der mutmaßliche Betrug des 33-Jährigen nicht auffallen konnte.

Der Angeklagte hat bereits am ersten Verhandlungstag zugegeben, bei seiner Bewerbung als Impfarzt mehrere gefälschte Unterlagen vorgelegt zu haben. Später habe er für seine Tätigkeiten mehr als 270.000 Euro als ärztliches Honorar abgerechnet.

Der Angeklagte hatte weiter erklärt, die Urkunden habe er mithilfe von Vorlagen aus dem Internet erstellt. Ein Führungszeugnis habe er im Bewerbungsprozess nicht vorzeigen müssen. In diesem sollen zwei frühere Bewährungsstrafen verzeichnet sein.

Nach Angaben des Landgerichts wird der Prozess trotz der bereits geschlossenen Verständigung zwischen allen Verfahrensbeteiligten wie geplant fortgesetzt. Sowohl für den 29. Oktober als auch für den 5. und 19. November seien Zeugen geladen. Die Verständigung sieht vor, dass der Mann im Fall eines Geständnisses zu nicht mehr als viereinhalb Jahren Haft verurteilt wird.

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