Psychologe: Sterbehilfe wäre denkbar



Rietberg-Westerwiehe (gdd) - Ein mündliches Gutachten, das der Psychologe Siegfried Binder (75) am Dienstag der zehnten Strafkammer des Landgerichts Bielefeld vorgetragen hat, rückt den Fall „Betonleiche“ stärker in Richtung Sterbehilfe.

Im Prozess gegen einen Ehemann aus Westerwiehe haben am Dienstag psychatrische Gutachter ausgesagt.

 Der Experte aus Eickelborn betonte, er gehe von drei denkbaren „Handlungsmodellen“ aus. Variante eins: Zwischen dem 18. und 20. Dezember 2012 soll ein Mann (68) in seinem Haus in Westerwiehe seine Ehefrau auf deren Verlangen erwürgt haben. Dies könne nicht ausgeschlossen werden.

Auch wenn die Ehefrau ihren Mann nicht – wie der Angeklagte behauptet – gebeten haben, „beim Sterben zu helfen“, könne der Mann spontan agiert haben.

Die zweite Möglichkeit: Ihr durch Ersticken oder einen Herztod ausgelöstes Sterbeverhalten habe den Angeklagten panisch handeln lassen. „Seine Tat entspringt einem situationsbedingten Affekt“, legte sich gestern der Gutachter fest.

Eine „Auseinandersetzung“ sei als drittes „Handlungsmodell“ ebenfalls im Auge zu behalten.

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