Rat gibt okay für Luftfilteranlagen



Gütersloh (rebo) - Zweieinhalb Stunden – so lange haben die Mitglieder des Stadtrats in einer Sondersitzung über den Einsatz von mobilen Luftfilteranlagen in Klassenräumen diskutiert. Dabei war sich die Mehrheit einig: Die Anlagen sind ein guter zusätzlicher Schutz gegen eine Coronainfektion.

Zusätzlicher Infektionsschutz: Der Rat hat am Freitag in einer Sondersitzung dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, die Unterrichtsräume der Klassen eins bis sechs mit mobilen Luftfilteranlagen auszustatten.

Jedenfalls zusammen mit Fensterlüftung, Maske und Abstand. Sah es zu Beginn der Sitzung noch so aus, als stimme die Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung zu, 500 Unterrichtsräume der Klassen eins bis sechs mit mobilen Luftfilteranlagen auszurüsten, entspann sich eine Diskussion über unterschiedliche Änderungsanträge.

Die SPD hatte gefordert, auch alle anderen Klassenräume müssten mit den Geräten ausgestattet werden. Die zusätzliche Summe von einer Million Euro sei gut angelegtes Steuergeld. Die Fraktion der Grünen forderte das ebenfalls. Zudem müssten die Kindertagesstätten Luftfilteranlagen erhalten. 

BfGT-Fraktion denkt an Lüftungsanlagen

Christiane Ziegele von der BfGT erklärte, es sei ein komplexes und emotionales Thema. Die BfGT werde dem Verwaltungsvorschlag zustimmen. Es sei aber nur eine Zwischenlösung, die nicht Anlass sein dürfe, Schulen und Kitas zu einem späteren Zeitpunkt nicht mit stationären Lüftungsanlagen auszustatten. Die Verwaltung solle außerdem prüfen, wie die weiteren Klassenräume und die Kindertagesstätten zügig mit mobilen Luftfilteranlagen bestückt werden können.

Nach einer weiteren intensiven Diskussion, ob es wirklich sinnvoll sei, nur die von der Verwaltung ausgewiesenen Räume mit den Geräten auszustatten, ergab sich nach einer Prüfung, dass der Rat womöglich gar nicht ohne die Zustimmung von Kämmerin Christine Lang über eine weitere außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von einer Million Euro entscheiden könne. 

Bürgermeister wirbt um Zustimmung

Für die Bereitstellung von einer Million Euro für die von der Verwaltung vorgeschlagenen Geräte für 500 Klassen hatte sie ihre Zustimmung bereits erteilt. Weil die Kämmerin im Urlaub ist, appellierte Bürgermeister Norbert Morkes noch einmal an die Politik, sich zu einigen. Nur so sei es möglich, die ersten Luftfiltergeräte vielleicht schon zu Beginn des neuen Schuljahrs aufzustellen. Die Stadtschulpflegschaft hat über ihre Spendensammelaktion bereits 200 Anlagen reservieren lassen.

Schließlich stimmte der Rat mehrheitlich – bei Enthaltung der AfD – dem Vorschlag der Verwaltung zu, die Klassen eins bis sechs mit Luftfilteranlagen auszustatten – mit der Ergänzung, auch für die anderen Unterrichtsräume und für die Kitas die Ausstattung mit den Geräten zu prüfen.

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