Rat zieht Lehrschwimmbad den Stöpsel



Warendorf/Freckenhorst (jed) - Schluss, aus und vorbei: Dem Lehrschwimmbad in Freckenhorst wird endgültig der Stöpsel gezogen. Die Fraktionen von SPD, FWG und FDP sind in der Ratssitzung vom Freitagabend mit einem letzten gemeinsamen Versuch zur Rettung des Bades gescheitert.

Kein Geld soll mehr im Lehrschwimmbecken Freckenhorst versickern. Das hat die Ratsmehrheit entschieden. Jetzt wird der Stöpsel gezogen und das Wasser abgelassen.

Sie hatten beantragt, 80 000 Euro auszugeben, um die Verkehrssicherheit der Einrichtung herzustellen und das Schwimmbecken für die Zeit der Erstellung und Umsetzung eines Bäderkonzepts für die Stadt Warendorf als „flankierende Maßnahme“ zu erhalten.

Vehement hatten Andrea Kleene-Erke, Andreas Hornung (beide SPD), André Wenning (FWG) sowie Dr. Beate Janinhoff und Günter Belt (beide FDP) dafür geworben, dem Ansinnen ihrer Fraktionen doch zuzustimmen. Tatsächlich schnellten dann bei der entscheidenden Abstimmung auch aus den Reihen der Christdemokraten, die ebenso wie die Grünen kein weiteres Geld mehr in das marode Bad in der Stiftsstadt stecken wollen, einige Hände in die Höhe. Zu wenige, um dem Trend zur sofortigen Schließung noch einmal eine Wende zu geben. Mit 17 Ja-Stimmen für den SPD-FDP-FWG-Antrag sowie 24 Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde das Lehr- zum Leerschwimmbad degradiert.

Martin Riemann (DRK-Wasserwacht), Andreas Höft (Verein „Pro Bad“) und Michael Krass (Schulpflegschaft Everwordschule) hatten die Einwohnerfragestunde der gestrigen Ratssitzung dazu genutzt, noch einmal auf die Bedeutung des Bades für die Nutzer aus Vereinen und Schule aufmerksam zu machen. Erfolglos.

Mehrfach wurde in der Debatte auf eine Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Warendorf, die Betreiberin der städtischen Schwimmbäder, vom Vortag verwiesen. Im Rahmen dieser Sitzung war mehrfach auf den verkehrstechnisch nicht sicheren Zustand des Freckenhorster Lehrschwimmbades hingewiesen worden. Das betonte Geschäftsführer Urs Reitis, dem in der Ratssitzung das Wort erteilt wurde. Als Beispiel verwies Reitis auf eine „desolate Elektroverteilung“ im Bad, die nicht einmal mit Fi-Schutzschaltern ausgestattet sei.

In mehreren Wortmeldungen wurde betont, dass der Betrieb des Lehrschwimmbades in der Vergangenheit eigentlich nicht zu verantworten gewesen sei und Reitis als Chef der Stadtwerke das auf seine Kappe genommen habe. Besonders drastisch formulierte Markus Pletzing (CDU) die Lage: „Wir sitzen seit Jahren auf einem Pulverfass.“ Die Entscheidung contra LSB ist gefallen; über Bäder wird der Rat weiter debattieren.

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