100.000 Artikel  gehen täglich in den Versand
Bild: Evers
Zwölf Meter hoch sind die Regale im Amazon-Logistikstandort Werne.
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„Es läuft!“, freut sich Standortleiter Hrvoje Salamunovic über die Ruhe im Logistikzentrum. Die sei nämlich ein untrügliches Anzeichen dafür, dass es keine Probleme und keine Schwierigkeiten gebe.

Ruhige Arbeitsatmosphäre

Am Tag vor dem Black Friday läuft der Warenumschlag auf Hochtouren: 100.000 Artikel werden in dieser Hochphase täglich von Werne aus verschickt, soviel wie nie zuvor in dem Ende 2017 eröffneten Standort. Für den Besucher ist es erstaunlich: Die Atmosphäre in dem 100.000 Quadratmeter – das entspricht etwa 14 Fußballfeldern – großen Lager ist ausgesprochen ruhig, die Mitarbeiter gehen konzentriert ihrer Arbeit nach.

Lee Fookling zum Beispiel. Er nimmt eine Playstation von dem Stapel auf dem Rollwagen hinter sich, legt sie in den passenden Versandkarton, klebt einen Identifizierungscode darauf, schließt das Paket und schiebt es weiter unter einen Automaten, der es automatisch zuklebt.

„Unterhaltungselektronik wie etwa Spielekonsolen sind derzeit besonders gefragt“, erklärt Salamunovic. Wie viele Playstations er auf Lager hat, weiß er gar nicht genau. Es dürften mehrere tausend sein, schätzt er.

Chaosprinzip

Das Logistikzentrum ist nach dem Chaosprinzip sortiert: Bügelbretter stehen neben Rollkoffern, etwas weiter finden sich Christbaumständer. Insgesamt werden 2,6 Millionen Artikel gelagert. Die Regale sind bis zu zwölf Meter hoch, Waren werden von Menschenhand einsortiert und bei Bedarf wieder entnommen. Die Mitarbeiter stehen absturzsicher angegurtet in Hubwagen und sammeln die gewünschten Produkte in einen Drahtkorb. Es gibt 235 Hubwagen.

Drei-Schicht-Betrieb

Insgesamt gehören 1500 Mitarbeiter zur Stammbelegschaft. In den Wochen vor Weihnachten kommen rund 500 Saisonarbeitskräfte hinzu. Seit dem Sommer wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr gearbeitet.

„Wir sind komplett ausgelastet“, berichtet Standortleiter Salamunovic. Das Befüllen des Lagers mit Ware sei nach dem Start vor einem Jahr schneller abgeschlossen worden als geplant. Derzeit werde kaum noch eingelagert: Alle Kräfte würden gebündelt, um die Waren zu den Kunden zu bekommen. Etwa 100 Lkw verlassen das Lager derzeit täglich.

Eigene Busverbindung für Mitarbeiter

Die Mitarbeiter des Amazon-Logistiklagers Werne kommen teils aus der unmittelbaren Umgebung, teils aber auch aus dem entfernteren Umland. 1300 Parkplätze stehen für Pendler bereit. Der US-Internetgigant bietet seinen Mitarbeitern aber auch eine eigene Busverbindung. So gelangen Mitarbeiter aus Bochum, Unna, Kamen, Bergkamen, Dortmund und Lünen mit Bussen an ihren Arbeitsplatz. „Viele Studenten, die wir als Saisonkräfte eingestellt haben, nutzen diesen Service“, erklärt Standortleiter Hrvoje Salamunovic. Die Mitarbeiter werden seinen Angaben zufolge über eigene Kampagnen angeworben. Es werde aber auch mit den Job-Centern vor Ort zusammengearbeitet. Bei Amazon finden auch behinderte Mitarbeiter eine Beschäftigung. Die Pflichtquote von fünf Prozent wird nach Angaben Salamunovic deutlich überschritten. Es arbeiten 167 Menschen mit Behinderung bei Amazon in Werne – ein Anteil von acht Prozent.

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