1,1-Promillegrenze für Radfahrer gefordert
Bild: dpa
Ein schärfere Promillegrenze für Radfahrer forder jetzt die Polizei.
Bild: dpa

Witthaut und Münsters Polizeipräsident Hubert Wimber sprachen sich für eine härtere Regelung aus. „Wir glauben, dass die absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,1 Promille festgelegt werden sollte, analog zu den Autofahrern", sagte Wimber.

Auch andere Städte, Versicherungen und Chirurgenverbände befürworteten die niedrigere Grenze. „In ganz Deutschland gibt es einen Trend zum Fahrrad." Das Thema dränge also. Eine Gesetzesänderung könne nur auf Bundesebene beschlossen werden.

Bisher liegt die absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,6 Promille. Wenn Radfahrer die Grenze überschritten haben und erwischt werden, müssen sie eine Geldstrafe zahlen und sich der im Volksmund „Idiotentest" genannten

Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen. Danach wird entschieden, ob sie ihren Führerschein behalten dürfen. Zudem werden sieben Punkte im Verkehrszentralregister fällig. Für niedrigere Werte müssen Radler aber nicht einmal Geldbußen zahlen.

Wimber hat als Polizeipräsident der deutschen Fahrradhauptstadt Münster Erfahrung mit betrunkenen Radlern. „Immer wieder zeigt sich bei den Kontrollen fehlendes Unrechtsbewusstsein." Bei Unfällen, an denen Radler beteiligt sind, rutschte Alkohol in Münster erst nach scharfen Kontrollen 2011 von Platz 1 auf Platz 2 der Ursachen. „Die Leute gehen auf eine Party und sagen: „Ich bin dem Rad gekommen, damit ich mir richtig einen auf die Lampe gießen kann"", berichtete Wimber.

Allein in Münster ertappten Polizisten im ersten Halbjahr 2012 mehr als 100 betrunkene Radfahrer im Stadtgebiet. Das Problem bestehe aber bundesweit, sagte Witthaut. „In Deutschland ist jeder zehnte Verkehrstote Opfer eines Unfalls unter Alkoholeinfluss. Darunter sind viele Radfahrer."

SOCIAL BOOKMARKS