18-Jährige erfüllt sich Traum vom Fliegen
Bild: Bezirksregierung Münster
Prüfung bestanden: Prüfer Thomas Schelenz von der Bezirksregierung Münster gratuliert Kira Sabadschus am Flugplatz in Büren-Ahden (Kreis Paderborn).
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Es ist die „Gesellenprüfung“ der 18-jährigen Flugschülerin. Thomas Schelenz, Prüfer der Bezirksregierung Münster, entscheidet, ob die junge Frau ihre Privatpilotenlizenz bekommt. Wenn die Detmolderin die Prüfung besteht, darf sie einmotorige Flugzeuge fliegen, zum Beispiel eine viersitzige Cessna 172, das Prüfungsflugzeug. Das Flugzeug heißt D-EGSC – nach dem Fliegeralphabet auch Delta Sierra Charly genannt.

Mit dem Segelfliegen fing es an

Die Faszination fürs Fliegen hat Kira Sabadschus schon früh gepackt. „Als ich 13 war, hat mein Vater mich zum Flugplatz mitgenommen. An dem Tag bin ich zum ersten Mal im Segelflugzeug geflogen. Abends habe ich den Antrag zur Ausbildung zum Segelfliegen unterschrieben.“ Um mit 13 Jahren Segelfliegen zu dürfen, hat sie eine Sondergenehmigung von der Bezirksregierung Münster bekommen – mit Erlaubnis der Eltern. Denn regulär ist es erst ab 14 Jahren erlaubt.

Die 18-Jährige will hoch hinaus. Dieses Jahr hat sie ihr Abitur gemacht und möchte nun Verkehrspilotin werden. Ihre Ausbildung macht sie in einer privaten Flugschule. Für ihren Traum hat sie einen Kredit aufgenommen. Nebenbei kellnert sie in einer Kneipe.

115 Flugschüler in drei Regierungsbezirken

Die Bezirksregierung Münster ist für den Luftverkehr in den drei westfälischen Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster zuständig. In diesem Jahr wurden bereits 115 Flugschüler praktisch geprüft. Welche Route Kira Sabadschus in ihrer Prüfung fliegen muss, hat Prüfer Thomas Schelenz ihr am Vormittag telefonisch durchgegeben. „Dadurch hat sie genug Zeit, die Route zu planen, aber keine Möglichkeit mehr, die Strecke mit ihrem Lehrer abzufliegen.“

Die Route verläuft über den Flugplatz Telgte, über das Funkfeuer Hamm und Oelde zurück nach Büren-Ahden. Während des Flugs muss sie verschiedene Aufgaben erfüllen, wie zum Beispiel eine Notlandung üben, ein Durchstarten ohne Aufsetzen, Steilkurven und Kommunizieren über Funk. „Dabei achte ich besonders darauf, dass sie zum Beispiel den Kurs, die Flughöhe und die Geschwindigkeit innerhalb der zulässigen Toleranzen einhält“, erklärt Thomas Schelenz.

Navigation trainiert

Bevor Kira Sabadschus ihren Prüfungsflug ab Büren-Ahden starten durfte, hat sie viel trainieren müssen – präzise Navigation, Anflüge auf fremde Flugplätze und ein Überlandflug von rund 270 Kilometern mit Zwischenlandungen. Ihre Theorieprüfung hat sie bereits im Oktober bestanden. In neun Fächern wurde sie geprüft von A wie Aerodynamik bis Z wie Zeugnis für Flugfunk.

Nach zwei Stunden Prüfungsflug hat Kira Sabadschus es geschafft. „Herzlichen Glückwunsch, Sie dürfen jetzt alleine weiterüben“, gratuliert ihr Prüfer Thomas Schelenz von der Bezirksregierung Münster. Sichtlich erleichtert setzt die 18-Jährige ihre Kopfhörer ab und steigt aus dem Cockpit.

Mit der Privatpilotenlizenz für die Cessna ist Kira Sabadschus ihrem Traum, Verkehrspilotin zu werden, einen großen Schritt nähergekommen. Jetzt kann sie schon mit dem Flugzeug zur Flugschule fliegen und Passagiere mitnehmen.

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