24-Stunden-Streik auch in der Region
Bild: dapd
Heute streiken Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in NRW. Unter anderem sind auch Ahlen, Beckum und Gütersloh betroffen. Einige Angestellte von ihnen fahren nach Bielefeld zur Kundgebung von Verdi.
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In Gütersloh liegt heute der Stadtbus-Verkehr lahm (Hier stehen die einzelnen Linien). Auch im Kreis Warendorf wird im ÖPNV gestreikt. Einige Linien der RVM-Busse fahren heute nicht. Einzelheiten gibt es hier. In Ahlen wird außerdem der komplette Baubetriebshof bestreikt. Die Müllabfuhr leert die Tonnen, die regulär für heute vorgesehen sind, erst am Samstag.

Kita-Notgruppen in Ahlen

Drei von sechs Kindertageseinrichtungen haben für heute Notgruppen eingerichtet. Die anderen Einrichtungen blieben geschlossen. In die Kita Beumers Wiese, in der zwei Notgruppen eingerichtet waren, kamen statt zehn nur fünf Erzieherinnen. Die streikenden Mitarbeiterinnnen waren zur Kundgebung nach Dortmund gefahren. Auf das Angebot waren 20 von insgesamt 90 Kindern angewiesen. 

Weitere Notgruppen gab es am Wetterweg und im Milchzahn. In Vorhelm waren die Einrichtungen „Villa Winzig“ sowie „Ostwall“ und „Lilienthalweg“ geschlossen.

Beckumer Hallenbad geschlossen

Auch Beckum ist vom Streik betroffen, hier bleibt das Hallenbad den ganzen Tag geschlossen. 40 Mitarbeiter legen dort heute die Arbeit nieder.

Fahrten zu Kundgebungen

Zu vier regionalen Demonstrationen und Kundgebungen werden in Bielefeld, Dortmund, Duisburg und Köln am Mittwoch zehntausende Streikende erwartet. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes aus

Ahlen, Beckum und Gütersloh nehmen an der Kundgebung in Bielefeld teil. Sie findet ab 11 Uhr auf dem Rathausplatz/Niederwall statt.  Zu der zentralen Warnstreikkundgebung nach Bochum sind am Mittwoch 100 Komba-Gewerkschafter aus der Stadtverwaltung Beckum und der Kreisverwaltung Warendorf, unter ihnen das Landesvorstandsmitglied Norbert Lütke und der Vorsitzende des Ortsverbandes Beckum Heinz-Jürgen Meyer mit zwei Bussen gefahren (kleines Bild).

Weitere Streiks in NRW

Mit einem 24-stündigen Warnstreik setzt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) am Mittwoch die Streikwoche in Nordrhein-Westfalen fort. Schwerpunkt wird wieder der öffentliche

Verdi fordert für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommune eine Entgelt- und Besoldungserhöhung von 6,5 Prozent für zwölf Monate. Als soziale Komponente soll die Erhöhung mindestens 200 Euro monatlich betragen. Außerdem will die Gewerkschaft, dass Auszubildende unbefristet übernommen und die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro erhöht werden. In Nordrhein-Westfalen sind rund 577.000 Beschäftigte von dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst betroffen.

Personennahverkehr sein. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass der kommunale Personennahverkehr in den Ballungsgebieten (Köln, Düsseldorf, Ruhrgebiet) weitgehend zum Erliegen kommt. Darüber hinaus sind wie vor zwei Wochen ganztägig städtische Kitas, die Müllabfuhr, Sparkassen, kommunale Krankenhäuser und Altenheime sowie Theater, Jobcenter und viele andere öffentliche Einrichtungen betroffen.

Mit vielen Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen wurden vorsorglich Notdienstvereinbarungen abgeschlossen. "Wir werden die Anzahl der Streikenden maßvoll erhöhen um den Arbeitgebern zu zeigen, dass noch Luft nach oben ist", sagte der Stellvertretende Verdi-Landesleiter Uli Dettmann.

Am vergangenen Streiktag in NRW waren 55.000 Beschäftigte beteiligt. Falls die öffentlichen Arbeitgeber am Mittwoch und Donnerstag in Potsdam kein kompromissfähiges Angebot vorlegten, bleibe nur eine Ausweitung der Streiks. „Mit Zahlentricksereien werden wir uns jedenfalls nicht weiter beschäftigten", sagte Dettmann. Umgerechnet 1,77 Prozent pro Jahr sei „eine Provokation, aber kein Angebot".

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