550 Kilometer unterwegs, um Enkel abzuholen
Bild: Lohmann
Mit seinen beiden Island-Ponys ist Hans Watzl aus Abenberg in Bayern, um eine Wette einzulösen. Er hatte seinem Enkel versprochen, ihn mit den Pferden von der Schule abzuholen. Am Montagmittag ist es so weit. Während seiner Tour war er unter anderem auch auf dem Hof Frölich von Ulla Frölich in Beckum untergebracht.
Bild: Lohmann

Es ist Samstagmorgen, 8 Uhr, auf dem Hof Frölich in der Beckumer Bauerschaft Unterberg II, wo der RV Lippborg-Unterberg beheimatet ist. Gastgeberin Ulla Frölich kommt hinzu, um Hans Watzl und seine beiden Vierbeiner für die vorletzte Etappe Richtung Alverskirchen zu verabschieden.

Der 62-Jährige aus Abenberg in Bayern ist seit fast vier Wochen unterwegs auf dem 550 Kilometer langen Weg von Mittelfranken nach Münster. Allein mit seinen beiden konditionsstarken Pferden und nur 30 Kilogramm Marschgepäck.

Kuriose Wette ist Auslöser für Tour

Am Montagmittag werden Watzl, Solfari und Fluga nach Unterrichtsende die Attraktion sein vor der Bodelschwingh-Schule. Nach 23 Reit- und vier Ruhetagen wird Watzl absatteln und seine Enkel Hannes (7) und Esther (5) sowie Tochter Karolin freudestrahlend in die Arme schließen.

Mit der Ankunft in der Domstadt löst der passionierte Wanderreiter ein ebenso kurioses wie gewagtes Versprechen ein. „Ich hole dich mit den Pferden von der Schule ab“, hatte der Ingenieur in Teilzeit dem kleinen Hannes vor Monaten zugesichert. „Cool“ findet der Zweitklässler, dass Opa Wort gehalten hat.

Täglich bis zu 35 Kilometer unterwegs

Seit Januar hat Watzl seinen höchst ambitionierten Marathon-Ritt über Stock und Stein akribisch geplant, seit April mit seinen beiden Isländern geübt. „Die Pferde sind gelassen. Man muss es ihnen nur beibringen. Dann macht es ihnen nichts“, sagt der erfahrene Wanderreiter, der mit Kompass, speziellen Karten und GPS-Gerät ausgestattet ist.

Solfari und Fluga dienten im ständigen Wechsel als Pack- und Reitpferd, legten pro Tag zwischen 17 und 35 Kilometer zurück. „Es ist das Schönste, in die Natur einzutauchen mit meinen beiden Freunden, den Pferden“, sagt Watzl, der sich erklärtermaßen „ganz gut allein ertragen kann“.

Montagmittag ist Schluss mit Reiten, Ruhe und Idylle: Willkommen in Münster, Opa Hans!

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