67 Millionen Euro Schaden durch Unwetter
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Jede Menge Sperrmüll steht an den Straßen in Münster. Hausbesitzer und Unternehmer können jetzt bei der NRW.Bank Förderdarlehen für die Beseitigung der Schäden beantragen.
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Das Geld werde von der NRW.Bank bereitgestellt, teilte der Minister mit. Betroffene könnten damit „sehr schnell über das notwendige Geld verfügen, um ihre vier Wände wieder bewohnbar zu machen"“ sagte Groschek laut Mitteilung.

Private Hausbesitzer können Fördermittel erhalten, die eigentlich für die Energiesparmaßnahmen bei Wohnhäusern vorgesehen sind. Der Mindestdarlehensbetrag beträgt 2500 Euro, maximal können 75.000 Euro beantragt werden. Der mittlere Zinssatz für ein zehnjähriges Darlehen beträgt nach Angaben einer Sprecherin 1,7 Prozent. Gewerbetreibende können ein Darlehen von maximal 10 Millionen Euro beantragen, um beschädigte Maschinen zu ersetzen oder um Aufräum- und Reinigungsarbeiten zu finanzieren. Für sie beträgt der mittlere Zinssatz den Angaben zufolge 2,5 Prozent. Anträge müssen über die jeweilige Hausbank gestellt werden.

Lange Schlange vor Sozialamt

Am Mittwochmorgen warteten erneut hunderte Menschen vor dem Sozialamt an der Hafenstraße und am Jobcenter im Stadthaus 2, um Nothilfe nach dem Unwetter der vergangenen Woche zu erhalten.

NRW-Bauminister Michael Groschek

Nach den Tumulten am Dienstag ist die überlastete Behörde dazu übergegangen, Terminzettel an die Betroffenen auszugeben. Bis Mittwoch sind 2000 Anträge auf Soforthilfe bewilligt worden.

Aus Katastrophe in Münster lernen

Nach den schweren Unwetterschäden in Münster mit mehreren zehntausend betroffenen Haushalten soll die Aufarbeitung durch die Stadt jetzt als Vorlage für andere Städte in NRW dienen. „Münster ist eine Lehre, die wir nicht vergessen dürfen"“ sagte NRW-Städtebauminister Michael Groschek (SPD) Wenn Münster mit der Analyse fertig sei, soll das Ergebnis anderen Städten dabei helfen, in Zukunft Schadensminimierung zu schaffen, sagte Groschek. Er kündigte eine Sondersitzung des „Bündnis für Wohnen“ zu diesem Thema an.

Alle Stadtteile betroffen

Münsters Stadtdirektor Hartwig Schultheiß zeigte sich über Pannen in der Infrastruktur entsetzt. Durch den Stromausfall in der Stadt hätten auch die Pumpen im Kanalsystem nicht mehr gearbeitet. „Da müssen wir überlegen, was wir da verbessern könne“, sagte er. Nach Angaben der Stadt müsse jetzt eine Woche nach dem Unwetter mit historischen Regenmengen die dreifache Menge des sonst in einem Jahr anfallenden Sperrmülls beseitigt werden. Hilfe bekommt die Stadt dabei aus dem Münsterland und Ruhrgebiet. Betroffen in Münster sind alle Stadtteile.

67 Millionen Euro Schaden

Nach Auskunft des Versicherers Provinzial Nordwest liegen dem Unternehmen bislang 14.000 gemeldete Schäden vor. „Die Schadenshöhe liegt bei mindestens 67 Millionen Euro“, sagte Sprecher Jörg Brokkötter. Er rechnet aber mit einer noch höheren Zahl, denn bislang liegen nur die gemeldeten und geschätzten Großschäden vor.

Bahnstrecke Münster - Rheine ab Donnerstag wieder frei

Zehn Tage nach dem Wassereinbruch im Stellwerk Greven der Deutschen Bahn läuft der Zugverkehr zwischen Münster und Rheine ab Donnerstag wieder wie geplant. Die Reparaturen wurden nach Angaben der Bahn am Mittwoch beendet. Durch den Starkregen am 28. Juli war es im nördlichen Münsterland zu Einschränkungen gekommen. Eine Regionalbahn fiel neun Tage lang aus. Busse ersetzten einen Regionalexpress zwischen Münster und Rheine. Alle anderen Verbindungen liefen planmäßig weiter.

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