Ältere Menschen häufiger Opfer von Betrügern
 Ältere Menschen in Gefahr: Sie sind die bevorzugte Zielgruppe von bandenmäßig organisierten Ganoven.

Eine offizielle Statistik gibt es noch nicht, aber eine Auswertung des LKA deutet eine besorgniserregende Entwicklung an. So stieg beispielsweise die Zahl der Betrugsfälle mit dem sogenannten „Enkeltrick“ von 732 im Jahr 2011 auf 1222 Delikte im vergangenen Jahr an, wie Frank Scheulen, Pressesprecher des LKA in Düsseldorf, auf Anfrage der „Glocke“ bestätigte. In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es bereits 580 solcher Fälle, bei denen Senioren zur Herausgabe von Bargeld genötigt werden, weil sich angeblich ein naher Verwandter in einer finanziellen Notlage befindet. Bei den 1222 Fällen im vergangenen Jahren waren die Betrüger immerhin 155 Mal erfolgreich, rund 1,5 Millionen Euro händigten gutgläubige Menschen den Verbrechern aus.

Ähnlich dramatische Zuwachsraten zeigen die Auswertungen des LKA für 2011 und 2012 bei sogenannten „Schockanrufen“ sowie bei Diebstählen durch vermeintliche Handwerker oder Amtspersonen. Diese verschaffen sich unter einem Vorwand Zugang zu Wohnungen älterer Menschen, lenken diese ab und ermöglichen es so ihren Komplizen, die Räume zu durchsuchen. Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit Älterer werden konsequent ausgenutzt.

Nach Angaben von Siegfried Wohlfahrt, Ermittler bei der Polizei in Bielefeld, handelt es sich bei den Kriminellen häufig im bandenmäßig organisierte Gruppen aus Ost- oder Südosteuropa. Die Aufklärungquoten bei diesen Straftaten sind eher gering, laut Auswertung des LKA liegen sie bei je nach Delikt zwischen unter 10 und bis 20 Prozent.

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