Agravis setzt sich Umsatzziel von 10 Milliarden Euro
Bild: Evers

Stehen an der Spitze eines genossenschaftlich organisierten Unternehmens: (v. l.) Johannes Schulte-Althoff (Finanzen), Maria-Johanna Schaecher (Digitales) und Vorstandschef Andreas Rickmers präsentieren sich nach der Agravis-Bilanzvorlage am Unternehmenssitz in Münster. Auf dem Futtermittelwerk am Stadthafen (im Hintergrund) prangt in diesem Jahr ein Bild von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Der Gründer der genossenschaftlichen Bewegung wurde vor 200 Jahren geboren.

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 „Wir stehen mitten in einem Verdrängungswettbewerb“, sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Rickmers gestern bei der Vorstellung der Bilanz für 2017 in Münster. Das habe man im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. „Wir haben aber das Ziel, hier als Sieger vom Platz zu gehen“, sagte er. Rickmers ist als Nachfolger von Clemens Große Frie seit Anfang 2017 im Amt. Große Frie hatte über Jahre hinweg die Zielmarke „8/80“ vorgegeben. Die Formel steht für 8 Milliarden Euro Umsatz bei 80 Millionen Euro Vorsteuergewinn.

Ergebnis vor Steuern bricht ein

Davon ist Agravis derzeit aber gerade bei den Erträgen weit entfernt: Im vergangenen Jahr brach das Ergebnis vor Steuern um 39 Prozent auf 25,3 Millionen Euro ein. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2013 lag das Vorsteuerergebnis noch bei 53,2 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 7,5 Milliarden Euro.

Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff macht für den Einbruch des Vorsteuergewinns einmalige Sondereffekte verantwortlich, darunter Rückstellungen in Millionenhöhe für Pensionszahlungen. Teuer sei auch die Integration des Agrarhändlers Ceravis Sachsen in das Unternehmen gewesen. Die Kosten seien Schulte-Althoff zufolge aber vollständig in die Bilanz 2017 eingegangen.

Agravis setzt auf Allianzen

Im Rahmen des Strategieprogramms „Hanse“ will der Agravis-Konzern zu nachhaltigem Wachstum kommen. Agravis-Chef Rickmers glaubt, dass das Umsatzziel von 10 Milliarden Euro erreichbar ist. „Wir wollen vor allem mit unserem Kerngeschäft im Kernmarkt Deutschland wachsen“, sagte er. Chancen sieht er künftig insbesondere durch Allianzen mit anderen Unternehmen.

Angestachelt werde die Entwicklung durch steigenden Wettbewerbsdruck. Rickmers geht davon aus, dass angesichts der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Masttierzahlen künftig sinken werden – was für den Verkauf von Tierfutter problematisch ist.

Horrorszenario Schweinepest

Für dieses Jahr rechnet Rickmers mit einem leicht ansteigenden Umsatz in Höhe von 6,5 Milliarden Euro sowie einem deutlich besseren Vorsteuerergebnis von rund 42 Millionen Euro. Die Prognose gelte aber nur für „normale Verhältnisse“, schränkte er ein und fügte hinzu: „Sollte die Afrikanische Schweinepest Deutschland erreichen, wäre das ein schwerer Schlag für den Agrarhandel.“

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