Allwetterzoo wird zum Sanierungsfall
Ob die Tiere die Unruhe schon spüren? Die Aussage des neuen Direktors des Allwetterzoos Münster, wonach für die notwendige Sanierung der Anlagen 45 Millionen Euro veranschlagt werden müssten, hat die örtlichen Ratspolitiker geschockt.

 Der Zoo brauche ein Konzept nach dem Budget, das er hat – vielleicht mit weniger Tieren und Gehegen, dafür mit einem stärkeren Blick auf Bildung. „In der letzten Aufsichtsratssitzung hat Herr Wilms eine ernüchternde Analyse zum Sanierungsbedarf gegeben“, sagt Petra Seyfferth, die Mitglied des Gremiums ist. Der Tiergarten sei alt und bedürfe in den kommenden Jahren, um zeitgemäß zu bleiben, großer Investitionen, habe es geheißen. Zudem entsprächen einige Gehege nicht mehr den Richtlinien der Tierhaltung. Dass eine Summe von 45 Millionen Euro im Raum steht, habe der Aufsichtsrat im Nachhinein erfahren, erzählt Seyfferth, Thomas Wilms gibt zu dem Thema zurzeit keine Stellungnahme mehr ab, heißt es aus dem Allwetterzoo. Die Diskussion ist aber entfacht: Carola Möllemann-Appelhoff, ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrates und Chefin der FDP-Ratsfraktion, sagt: „Unbestritten gibt es Investitionsbedarf im Zoo – wie übrigens an vielen Stellen in Münster –, darüber sind wir im Aufsichtsrat des Zoos im Gespräch.“ Die Politik müsse aber die Haushaltssituation der gesamten Stadt im Auge behalten. „Deshalb haben unaufschiebbare oder verpflichtende Aufgaben den Vorrang vor den wünschenswerten.“

SOCIAL BOOKMARKS