Amazon-Streiks  bis Heiligabend
(FILE) epa04466697 A picture made available on 28 October 2014 shows the Amazon e-trader's new logistics center in Sady, near Poznan, west Poland, 24 October 2014. In all three Amazon centers will open near Poznan and the southwestern metropoly Wroclaw in the coming days. The Amazon center will cover an area of 95,000 square meters and employ 2,000 people. Amazon.com, Inc. is a US-based international e-commerce company with headquarters in Seattle. EPA/Jakub Kaczmarczyk POLAND OUT (zu: "Arbeitskampf ist im Westen: Polnische Amazon-Zentren im Weihnachtsgeschäft" vom 15.12.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

In Werne wurde am Montag nicht mehr gestreikt.

In Bad Hersfeld etwa versammelten sich den Angaben zufolge rund 70 Amazon-Mitarbeiter vor den Toren. Bis zu einer Streikversammlung sollten es laut Verdi rund 400 werden. Das seien weniger als in der vergangenen Woche, viele Kollegen hätten bereits Urlaub. 

Vergangene Woche hatten sich nach Gewerkschafsangaben 2400 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt. Amazon sprach von 2000 Teilnehmern.

Die Ausstände sollen bis Heiligabend, 15 Uhr, anhalten. Danach verständige sich Verdi über eine mögliche Fortsetzung der Streiks.

Die Streikwelle bei Amazon hatte am Montag, 15. Dezember, begonnen. Am Sonntag gab es eine kurze Pause. In den insgesamt neun deutschen Verteilzentren arbeiten nach Unternehmensangaben in der Vorweihnachtszeit rund 20 000 Menschen.

Einigung ist nicht in Sicht

In dem seit 2013 andauernden Konflikt will Verdi Amazon zwingen, die Mitarbeiter künftig nach dem Einzelhandels- statt nach dem niedrigeren Logistiktarif zu bezahlen. Amazon lehnt das strikt ab und führt keine Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft. Der US-Konzern sieht sich als Logistiker. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Verdi hatte die Streikpause ausgerufen, nachdem die Gewerkschaft bei Verwaltungsgerichten keinen Betriebsstopp am Sonntag in den Verteilzentren Bad Hersfeld und Leipzig durchsetzen konnte. Nach Auffassung von Verdi wären die zuständigen Behörden verpflichtet gewesen, ein Beschäftigungsverbot auszusprechen. Die Gewerkschaft hatte sich auf den Schutz der Sonntagsruhe berufen. In Bad Hersfeld und Leipzig arbeiteten jeweils mehrere hundert Mitarbeiter mit Sondergenehmigungen auf freiwilliger Basis auch am Sonntag.

Eine Sprecherin von Amazon betonte erneut, dass es trotz des Streiks keine Lieferverzögerungen gebe. Zu Mehrkosten des Konzerns durch den langen Ausstand wollte das Unternehmen keine Angaben machen.

SOCIAL BOOKMARKS