Amy-Prozess: Lebenslang für Angeklagten
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Auf der Anklagebank: Maik W. (M.) wird beschuldigt das vier Monate alte Baby seiner Freundin getötet zu haben. Im Revisionsprozess am Bielefelder Landgericht wurde er am Montag wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
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Er hatte das Baby seiner Freundin vergewaltigt, geschüttelt und so stark in den Bauch geboxt, dass Milz und Leber einrissen.

Im ersten Prozess war Maik W. von einer anderen Kammer desselben Gerichts wegen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. In der Revision kritisierte der Bundesgerichtshof, die Kammer habe nicht ausreichend geprüft, ob es Mord war. Sie habe nicht alle maßgeblichen Faktoren der äußeren und inneren Handlungsantriebe des Täters in ihrer Gesamtheit gewürdigt.

Auch im neuen Prozess äußerte sich der Angeklagte allerdings nicht zu seinen Beweggründen und Absichten. Doch aufgrund der Heftigkeit seiner Tat - das häufige Schütteln und massive Boxen - gingen die Richter jetzt davon aus, dass Maik W. den Tod des kleinen Kindes „billigend in Kauf genommen“ hat.

Die Verteidiger hatten das Verbrechen als Körperverletzung mit Todesfolge gewertet. Ihnen steht jetzt erneut die Revision vor dem Bundesgerichtshof offen. Das gilt auch für die Staatsanwaltschaft, doch die hat sich mit dem jetzigen Urteil bereits durchgesetzt.

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