Angeklagter bleibt vor Gericht gefesselt

Vor dem Landgericht Arnsberg wird am Donnerstag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ein Totschlagsprozess geführt.

Der 27 Jahre alte Angeklagte soll im September 2015 in Winterberg einen Mann brutal getötet haben. Der Angeklagte wird von der Justiz als unberechenbar und gefährlich eingestuft, er schweigt. Dennoch geht die Anklage davon aus, dass der Mann anhand von DNA-Spuren überführt werden kann.

Opfer „in den Rasen geschlagen“

Das 56 Jahre alte Opfer war am Morgen nach der Tat von seinem Chef auf der Arbeitsstelle vermisst worden. Der Arbeitgeber suchte seinen Mitarbeiter zu Hause auf und machte im Garten des Hauses im Winterberger Ortsteil Niedersfeld eine grausige Entdeckung: Der 56-Jährige lag tot im Garten, sein Gesicht soll nach Auskunft des Gerichts "mehrere Zentimeter in den Rasen geschlagen worden sein". Tage später wird der 27-Jährige als mutmaßlicher Täter festgenommen.

In der Anklage heißt es, dass er bei einem Streit seinem Opfer zunächst mehrere Stichverletzungen zugefügt und dann "mit einem stumpfen Gegenstand" mehrfach auf den Mann eingeschlagen haben soll. Doch ein Motiv haben die Ermittler nicht gefunden, es scheint auch keine Verbindung zwischen Täter und Opfer zu geben.

Für den Prozess hat das Landgericht neun Verhandlungstage bis Ende April eingeplant. Dabei wird es nicht nur um den Totschlag gehen, sondern auch um weitere Vorwürfe wie Diebstahl und Körperverletzung. So soll der Angeklagte in der Untersuchungshaft Beamte angegriffen und verletzt haben. Auch aus diesem Grund will die Schwurgerichtskammer im Prozess kein Risiko eingehen.

Stoff-Haube schützt vor Spuck-Attacke

Durch die Stoff-Haube sollen Beamte vor Spuck-Attacken renitenter Straftäter geschützt werden. Die dünnen Hauben müssen von den Betroffenen wie im neuen Arnsberger Prozess komplett über den Kopf gezogen werden, bevor diese ihre Zelle verlassen dürfen. So können sie zwar noch uneingeschränkt durch das Material atmen, sie können aber niemanden anspucken. Nach Auskunft des Düsseldorfer Justizministeriums vom Montag wird der Spuck-Schutz nur äußerst selten eingesetzt. Derzeit gebe es in NRW nur einen Häftling, bei dem diese Sicherheitsvorkehrung nötig sei. Der zur Zeit in der JVA Bielefeld-Brackwede in Untersuchungshaft sitzende Mann steht ab Donnerstag wegen Totschlags vor Gericht. Er muss die Haube auch bei seinem Prozess im Landgericht in Arnsberg tragen.

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