Anti-Hopp-Gesänge bei Preußen-Sieg
Bild: Sanders
66. Minute – die Entscheidung: Preußen Münster Simon Scherder (l.) dreht nach dem 1:0 jubelnd ab, erzielt hat das Tor aber Rostocks Nils Butzen, der ins eigene Netz traf.
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Durch den zweiten Sieg nacheinander – das hat es in dieser Saison noch nicht gegeben – verkürzte Münster den Rückstand auf das rettende Ufer auf fünf Punkte und zieht Mannschaften wie Halle, Zwickau, Kaiserslautern und Magdeburg mit in den Abstiegskampf.

Siegtor durch Hansa-Akteur 

Negativer Höhepunkt des intensiven Schlagabtauschs waren neuerliche Schmähgesänge gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Das Siegtor in der 66. Minute ging auf das Konto eines Rostockers. Ecke Pires Rodrigues, Kopfball Steurer, Hansa-Torhüter Kolke pariert vor die Füße von Butzen, und der stolpert den Ball ins eigene Netz. Ein krummes Ding, aber das war den Preußen gestern so was von egal.

Ja, Rostock hatte die bessere Spielanlage und gerade zu Beginn des Spiels deutliche Vorteile. Aber Münster kämpfte sich in dieses Duell und verdiente sich unterm Strich die drei Punkte. Cueto traf noch zweimal den Pfosten, Königs scheiterte in der 82. Minute völlig frei an Kolke. Die Schlussphase wurde zur Abwehrschlacht, dann war es endlich vorbei und der Jubel groß. „So kommen wir da unten raus“, atmete Verteidiger Simon Scherder tief durch.

Vorm Spiel noch Auszeichnung erhalten

Vor dem Anpfiff überreichte Gundolf Walaschewski, Präsident des Fußball-Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), dem SC Preußen den Preis für Zivilcourage, weil sich die Fans vorbildlich verhalten hatten, nachdem Würzburgs Leroy Kwadwo vor zweieinhalb Wochen rassistisch beleidigt worden war.

Aber dann fanden die unsäglichen Beleidigungen von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp auch an der Hammer Straße ihre traurige Fortsetzung. Rostocker Fans zeigten ein beleidigendes Banner und eröffneten die Schmähgesänge, die Preußen-Ultras stimmten sofort mit ein. Schiedsrichter Tobias Schultes unterbrach gemäß des Dreistufenplans das Spiel kurz, es folgte die Stadiondurchsage. Bei neuerlichen Anti-Hopp-Gesängen nach einer knappen Stunde Spielzeit schaltete Schultes auf „Durchzug“.

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