Arabi: „Qualität für  Klassenerhalt ist da“
Arminia-Sportchef Samir Arabi möchte weg vom Image der Fahrstuhlmannschaft.

 „Die Glocke“: Neun neue Spieler kamen im Sommer, acht haben den Verein verlassen. Viel Arbeit für den Sportchef. Zufrieden mit dem Stand der Dinge? 

Arabi: Ja. Jetzt müssen die Spieler nur noch so funktionieren, wie wir uns das erhoffen. Wir haben großen Wert auf die Verpflichtung von – wie es gerne formuliert wird – polyvalenten Spielern gelegt, also Spielern, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Beispiele sind der zuletzt verpflichtete Brian Behrendt von Rapid Wien, der in der Innenverteidigung, aber auch auf der Sechs spielen kann. Auch Björn Jopek von Union Berlin ist im Mittelfeld variabel einsetzbar, Michael Görlitz kann auf beiden Außenbahnen spielen. 

„Die Glocke“: Ein Platz im Kader soll noch frei sein – was macht die Suche nach einem Stürmer? 

Arabi: Wir beobachten den Markt, setzen uns aber nicht unter Druck. Es ist davon auszugehen, dass wir mit dem aktuellen Kader in die Saison gehen. 

„Die Glocke“: In der Vorbereitung hat die Mannschaft überzeugt. Sechs Testspiele, sechs Siege, 36:0-Tore: Wie bewerten Sie diese Ergebnisse? 

Arabi: Die Ergebnisse geben der Mannschaft ein gewisses Selbstvertrauen, gerade auch der 2:0-Sieg gegen HSV. Aber viel wichtiger ist, dass das Team sehr konzentriert gearbeitet hat und körperlich in einem guten Zustand ist. Das stimmt uns zuversichtlich. 

„Die Glocke“: Welche Rolle trauen Sie der Mannschaft zu? 

Arabi: Jeder muss in jedem Spiel an seine Grenzen gehen, das ist die Basis. Wir sind fußballerisch, technisch und taktisch so aufgestellt, dass wir eine vernünftige Rolle spielen können. Wir wollen uns mittelfristig in der 2. Liga etablieren, Voraussetzung dafür ist der Klassenerhalt. Die Qualität dafür ist zweifelsfrei vorhanden.

„Die Glocke“: In der 2. Liga tummeln sich viele ehemalige Erstligisten und ambitionierte Traditionsclubs. Manche sprechen von der stärksten 2. Liga in Europa. Wie schätzen Sie die Lage ein? 

Arabi: Die Liga zählt zu stärksten zweiten Ligen in Europa, sie ist mit Sicherheit auch stärker als viele erste Ligen. Das Niveau ist sehr hoch. Wer nicht 100 Prozent abruft, gewinnst kein Spiel.

„Die Glocke“: Wer hat das Zeug, um den Aufstieg zu spielen? 

Arabi: Die Investitionen von RB Leipzig sind höher als unser Etat für die gesamte Saison. Für mich steht außer Frage, dass sie einen der ersten drei Plätze belegen. Dahinter gibt es viele Clubs mit hohen Ansprüchen. Düsseldorf, Freiburg, Paderborn, Nürnberg, Braunschweig. Die Reihe ließe sich um weitere Vereine ergänzen. Dazu kommt immer die ein oder andere Überraschung. 

„Die Glocke“: Vielleicht Arminia Bielefeld? 

Arabi: Davon spricht niemand. Zur Erinnerung: Als wie vor zwei Jahren nach dem 13. Spieltag plötzlich Dritter in der 2. Liga waren, träumten einige schon vom Durchmarsch. Am Ende sind wir abgestiegen. Unser Primärziel ist der Klassenerhalt. 

„Die Glocke“: Inwieweit sehen Sie den aktuellen Kader besser aufgestellt als nach dem Aufstieg vor zwei Jahren? 

Arabi: Wir haben mehr Qualität in der Breite und in der Spitze. Dafür sorgen einige Neuzugänge, aber auch Spieler wie zum Beispiel Fabian Klos oder Tom Schütz, die sich weiterentwickelt haben. Die Mannschaft ist insgesamt gereift. Wir haben mehr Spieler im Kader, die schon länger in der 2. Liga zuhause waren. 

„Die Glocke“: Eine besondere Wertschätzung genießt Fabian Klos. Er hat für Arminia in 141 Pflichtspielen 63 Tore erzielt und weitere 31 Treffer vorbereitet. Wie wichtig war es für Sie, seinen Vertrag vorzeitig bis 2019 zu verlängern?    

Arabi: Wir wissen sehr genau um die Qualitäten von Fabian. Er ist eminent wichtig für die Mannschaft. Gerade vor dem Hintergrund, dass fast jeder Club Stürmer sucht und teilweise unglaubliche Summen gezahlt werden, sind wir froh, Fabian langfristig an uns gebunden zu haben. Er fühlt sich sehr wohl in Bielefeld. Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben. 

„Die Glocke“: Ein Wort zum Auftaktspiel beim FC St. Pauli? 

Arabi: 30 000 Zuschauer, super Atmosphäre. Wir freuen uns drauf. Es gibt Schlimmeres, als am Millerntor in die Saison zu starten.

 

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