Archäologie-Stelle Bielefeld wird 75
Bild: LWL
Ausgrabungsstelle in Porta Westfalica: Fachleute der Archäologie-Außenstelle Bielefeld legen das kulturelle Erbe der Region frei - in diesem Fall ein Schwert in einem Grab des 7. Jahrhunderts.
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Die Aktivitäten der ersten amtlichen Archäologen Westfalens stehen für die Entwicklung der Archäologie in ganz Deutschland – und insbesondere in Westfalen. Die Altertumskommission für Westfalen war eine wesentliche Antriebskraft für die Anfänge der Außenstelle Bielefeld und damit für eine zentrale Betreuung der Bodendenkmalpflege in Ostwestfalen.

„Was hier vor 75 Jahren begonnen wurde, hat auch heute nichts von seiner Notwendigkeit und seiner Wichtigkeit für den Erhalt unseres kulturellen Erbes verloren“, erklärte LWL-Chef-Archäologe Prof. Dr. Michael Rind.

Die Geschichte der Bielefelder Außenstelle ist turbulent, wie ein Blick in die Annalen und in die kleine Jubiläumsausstellung zeigt. Kaum als Ein-Mann-Betrieb ins Leben gerufen und per Postkarte in ganz Ostwestfalen verkündet, legte der Zweite Weltkrieg ihre Anfänge fast wortwörtlich in Schutt und Asche. Mit dem Handwagen wurden die Bestände gerettet. Nach dem Krieg wurde in der Küche des Leiters nicht minder bescheiden der Neuanfang gewagt.

„Bemerkenswert ist, dass in dieser Anfangszeit wissenschaftliches und ehrenamtliches Engagement die Arbeit in der Bodendenkmalpflege prägten – ein starkes Motiv, das bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat“, sagte LWL-Kulturdezernentin Rüschoff-Thale. Kämpfte man anfangs mit 200 Reichsmark Etat pro Monat und einem Dienstwagen gegen viele Hindernisse, nahm das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Arbeit auch in der öffentlichen Wahrnehmung stetig zu. Die florierende Wirtschaft und rege Bauprogramme sorgten für eine gewaltige Zunahme der Fundmeldungen. Die Wissenschaft machte Sprünge gerade in ihren technischen Möglichkeiten. Gesetzliche Regelungen wurden umgesetzt, geändert und erst unlängst wieder den aktuellen Erfordernissen angepasst. Die Außenstelle wuchs, spezialisierte sich mit seinen inzwischen zwölf Mitarbeitern auf fachliche Schwerpunkte. Eine Entwicklung, die bis heute anhält. Aus der „Feuerwehr der Archäologie“ ist längst eine Fachstelle mit hoher Kompetenz geworden.

Programm zum Jubiläum

Die Altertumskommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe veranstaltet am 16. und 17. Mai im Rahmen des Jubiläums der Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen ihre traditionelle Jahrestagung im Lenkwerk in Bielefeld (Am Stadtholz 24-26). Dazu gehört ein umfangreiches Vortragsprogramm am Freitag (16. Mai, 13.30 bis 17.30 Uhr), zu dem auch die Öffentlichkeit willkommen ist.

Einen Tag rund um die Archäologie haben die Mitarbeiter der Außenstelle Bielefeld (Am Stadtholz 24 a) für den Sonntag, 18. Mai, ab 11 Uhr auf die Beine gestellt. „Dann führt eine eigene Ausstellung durch die vielseitige Geschichte der ältesten Außenstelle der LWL-Archäologie“, erläuterte Dr. Daniel Bérenger als Leiter der Bielefelder Außenstelle. Dazu gibt es ein interessantes Familieprogramm mit Mitmachangeboten, das die Arbeit von Archäologen verdeutlicht.

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