Arminia hofft auf eine Sensation
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Die Entscheidung in der 2. DFB-Pokalrunde: Arminias Marc Lorenz dreht nach seinem verwandelten Elfmeter zum 4:2-Endstand gegen Berlins Torhüter Thomas Kraft jubelnd ab. Was ist für Bielefeld am Mittwochabend gegen Werder Bremen möglich?
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Es ging vor allem um die Saison 2004/2005, als die Ostwestfalen nicht nur den Bundesliga-Klassenerhalt schafften, sondern darüber hinaus auch das Halbfinale im DFB-Pokal erreichten, das gegen den FC Bayern München 0:2 verloren ging. Die Pokalhelden von damals erzählten einige amüsante Anekdoten – heute hat der aktuelle Kader die Chance, an einer eigenen, ganz besonderen Geschichte zu schreiben.

Ausverkauftes Haus

DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen, ausverkauftes Haus (26 137 Zuschauer), Flutlicht-Atmosphäre, der besondere Reiz des Duells David gegen Goliath – und ganz nebenbei die Aussicht auf richtig viel Geld. Der Einzug ins Viertelfinale würde weitere 1,041 Millionen Euro aus der zentralen Vermarktung des DFB sowie die Hälfte der Zuschauereinnahmen des nächsten Spiels in die klamme Kasse der Arminia spülen. Die Rollen sind klar verteilt in dem scheinbar ungleichen Duell, zwei Klassen trennen die beiden Gegner. Doch in Ehrfurcht erstarren will die Arminia gegen die nach Punkten hinter Wolfsburg zweitbeste Rückrunden-Mannschaft der Bundesliga nicht. „Wenn man in ein solches Spiel nicht mit dem festen Glauben reingeht, dass was passieren kann, wird auch nichts passieren“, hofft Linksverteidiger Sebastian Schuppan auf eine Sensation.

„Brauchen absolut überragenden Tag“

Das Selbstvertrauen des Außenseiters ist durch den Höhenflug in der 3. Liga (Tabellenführung mit neun Punkten Vorsprung) gewachsen – das des Gegners allerdings auch. Trainer Viktor Skripnik hat Werder vom letzten Platz auf Rang neun und damit ins gesicherte Mittelfeld geführt. „Das ist jetzt eine andere Truppe. Wir müssen schon einen absolut überragenden Tag erwischen, wenn wir eine Chance haben wollen“, sagt Schuppan. Bremen ist sicherlich noch eine andere Kategorie als die Hertha aus Berlin, die der DSC in der zweiten Runde im Elfmeterschießen mit 4:2 besiegte. Werder-Trainer Skripnik erwartet einen „heißen Tanz“ und sprach von einem Charaktertest für seine Mannschaft: „Arminia ist eine sehr gute Mannschaft. Sie spielen zu Hause mit großer Überzeugung.“

Drei Fragen an...

...Norbert Meier, Trainer von Arminia Bielefeld, der 1980 aus der Verbandsliga nach Bremen wechselte, dort zum Nationalspieler wurde und in knapp zehn Jahren 372 Spiele für Werder absolvierte.

„Die Glocke“:  Ist das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder auch für Sie ein besonderes Spiel?

Meier: Ja, das ist es. Bremen war meine erste Station als Spieler, ich habe dort eine super Zeit erlebt.

„Die Glocke“:  Was ist die Voraussetzung dafür, dass Ihre Mannschaft eine Chance hat? 

Meier: Wir müssen einen super Tag erwischen, den Respekt vor dem Gegner ablegen und mit Freude und Überzeugung spielen. Die Mannschaft hat sich dieses Spiel erarbeitet. Es ist schön, dass wir uns mit so einer Mannschaft messen dürfen, wenn es auch um etwas geht. Wichtig ist allerdings, dass wir kühlen Kopf bewahren und nicht überdrehen.

„Die Glocke“: Wie ist die Stimmung in der Mannschaft, wie groß der Glaube, eine Sensation schaffen zu können? 

Meier: Die Stimmung ist gut, wir haben durch die Siege in der 3. Liga Selbstvertrauen getankt. Natürlich ist Bremen der Favorit, aber wir sind keine Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt. Wir werden auch agieren und mit der Unterstützung der Fans unsere Möglichkeiten suchen.

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