Aufbruchsstimmung in OWL
Bild: Bornhorst
Start-Up-Unternehmerin aus Harsewinkel: Chiara Wöhle (26) vertreibt mit „Third Element Aviation“ Drohnen, die in der Industrie zur Anwendung kommen.
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 „Berührungsängste gegenüber jungen Unternehmern sind noch groß“, sagte Dr. Brigitte Mohn, Gesellschafterin des Gütersloher Bertelsmann-Konzerns. Diese Ängste müsse man abbauen. Dafür bot der von TV-Star Amiaz Habtu („Die Höhle des Löwen“, Bild) moderierte Tag die perfekte Bühne.

Geschwindigkeit von Start-Ups aufnehmen

„Der Ideenaustausch ist wichtig, gerade vor unserer Haustür“, betonte Cathrina Claas-Mühlhäuser, Aufsichtsratsvorsitzende des Landmaschinen-Unternehmens Claas aus Harsewinkel. Es gelte, die hohe Geschwindigkeit von Start-Ups aufzunehmen, Mittelständler seien mitunter behäbig. „Dabei darf aber nicht vergessen werden: Wir müssen das Geld erst verdienen, bevor wir es in Beteiligungen investieren.“

Der Geschäftsführer des Gütersloher Miele-Konzerns, Dr. Markus Miele, sagte: „Wir haben uns im vergangenen Jahr 10.000 Start-Ups angeschaut, mit 160 gesprochen und am Ende in 7 investiert. Eine Investition muss für beide Seiten passen. Einige Start-Ups wachsen, ohne Geld zu verdienen. Das ist eine andere Logik als bei uns.“

Intensiver Austausch 

Den Ball nahm Lucas von Cranach, Gründer des Start-Ups Onefootball, auf, indem er den Blick in die USA richtete: „Der Deutsche sagt: ‚Ich investiere und entscheide mit.‘ Der Amerikaner sagt: ‚Ich investiere und darf mitfahren.‘“ Die Haltung müsse sich ändern, dies sei hierzulande das größte Potenzial. Der Jungunternehmer wies daraufhin, dass klassische Konzerne starre Strukturen ändern müssten. Woraufhin Claas-Mühlhäuser erwiderte: „Hierarchien sind notwendig, anders können sich große Unternehmen nicht organisieren. Ich bitte einige Start-Ups mitunter darum, nicht arrogant zu sein. Wir müssen Vorurteile auf beiden Seiten abbauen.“ Die Konferenz trage zum intensiven Austausch bei.

„Es ist wie ein Familientreffen und ein unglaubliches Signal für die Kraft, die in der Region steckt“, sagte Miele. Eine Stärke Westfalens sei, dass nicht ein Akteur alles dominiere, sondern es viele starke Unternehmen gebe. „Das macht es spannend für Gründer.“ Mohn bekräftigte: „Wir müssen die Talente vor Ort binden, bevor sie ins Silicon Valley abwandern.“

Den vollständigen Artikel mit Einschätzungen von Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, und Frank Thelen („Die Höhle der Löwen“) lesen Sie in der Freitagsausgabe der „Glocke“ auf der Wirtschaftsseite.

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