Aufnahmestopp für Flüchtlinge beendet
Eine Familie ist auf dem Weg zur Erstaufnahmeeinrichtung am 07.07.2015 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Die Stadt Dortmund hat den Aufnahmestopp in der überfüllten städtischen Anlaufstelle für Flüchtlinge wieder aufgehoben, nachdem gestern mehr als neue 600 Flüchtlinge abgewiesen werden mussten. Foto: Ina Fassbender/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Stadt Dortmund hat den am Montagabend verhängten Aufnahmestopp in einer überfüllten städtischen Anlaufstelle für Flüchtlinge wieder aufgehoben. Seit dem frühen Dienstagmorgen kann die Einrichtung wieder Neuankömmlinge empfangen, teilten die Stadt und der Leiter der Erstaufnahmestelle übereinstimmend mit.

Die Anlage in Dortmund kämpft seit Tagen mit massiver Überbelegung. Zuletzt war die vorgesehene Zahl der Menschen auf dem Gelände um das Zwei- und Dreifache überschritten worden. Mehr als 600 neue Flüchtlinge waren im Laufe des Montags angekommen und hatten um Einlass gebeten - zu viel für die Erstaufnahmestelle, in der lediglich 350 Menschen unterkommen können, berichtete deren Leiter Murat Sivri. Die Stadt Dortmund setzte deshalb einen neuen Notfallplan um. Sie verhängte einen vorläufigen Stopp und musste Neuankömmlinge abweisen.

Die Lage in den nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkünften wird durch äußerst ansteckende Windpocken zusätzlich verschärft. "Von den derzeit etwas mehr als 12 000 Plätzen in NRW fallen allein 2000 weg, weil die Unterkünfte wegen Windpocken gesperrt sind", sagte Christian Chmel-Menges, der Sprecher der für die Unterbringung zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg, am Dienstag.

Später erklärte sich die Stadt Hamm bereit, im Laufe des Abends bis zu 300 Menschen aufzunehmen. Ein Sprecher schloss weitere Aufnahmestopps in Dortmund nicht aus.

Leicht entspannen könne sich die Lage eventuell im August, wenn größere Anlagen unter anderem in Hamm und Bielefeld, später auch in Essen geöffnet würden.

Die CDU schob der Landesregierung die Schuld für die angespannte Lage vor allem in Dortmund zu. „Die Flüchtlingsunterbringung in Nordrhein-Westfalen gleicht immer mehr einer Bankrotterklärung der gesamten Landesregierung“, sagte der Stellvertretende CDU-Landtagsfraktionschef André Kuper. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) schaue zu, wie Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen seien, unhaltbaren Zuständen ausgesetzt würden.

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