Ausbau des Stromnetzes kostet viel Zeit
Der Ausbau des Stromleitungsnetzes kommt nur schleppend voran.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix soll von derzeit 20 Prozent bis 2030 auf 50 Prozent gesteigert werden. Um den aus Wind und Sonne gewonnenen Strom dahin transportieren zu können, wo er benötigt wird, braucht Deutschland etwa 3600 Kilometer neue Höchstspannungstrassen für die sogenannten 380-kV-Leitungen. Tatsächlich gebaut seien bisher nur knapp 100 Kilometer, sagte Rüdiger Most, Abteilungsdirektor bei der Bezirksregierung Detmold, in Bielefeld.

Von Gütersloh nach Bechterdissen

Eines der aktuellen Projekte in Ostwestfalen-Lippe ist die neue Stromautobahn von Gütersloh nach Bechterdissen (Kreis Lippe). Der erste, soeben fertiggestellte Abschnitt bis Friedrichsdorf habe von der Planfeststellung bis zur Abweisung der anhängigen Klagen durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig gerade einmal drei Jahre gebraucht, wies der Leitende Regierungsdirektor Jens Kronsbein auf das „relativ schnelle Verfahren“ hin.

Für den zweiten Abschnitt von Friedrichsdorf über Bielefeld nach Bechterdissen ist das Planfeststellungsverfahren im Herbst 2011 eingeleitet worden. Aktuell gibt es 36 Einwendungen gegen die Trassenführung. Ein Erörterungstermin in dieser Angelegenheit ist für Mai geplant.

Schon im Vorfeld Einfluss nehmen

Eine weitere 380-kV-Freileitung soll von Gütersloh über Halle und Borgholzhausen ins niedersächsische Wehrendorf führen. Das Planfeststellungsverfahren will die Bezirksregierung Detmold noch in diesem Jahr einleiten. In Halle und Borgholzhausen haben sich erste Bürgerinitiativen gegründet, die schon im Vorfeld Einfluss auf den Verlauf der Trasse nehmen wollen.

Ein elf Kilometer langer Teilabschnitt der neuen Stromautobahn von Wesel nach Meppen soll im Kreis Borken errichtet werden. Dafür hat die Bezirksregierung Münster das Planfeststellungsverfahren gestartet. Das Besondere an diesem Projekt: 7,5 Kilometer sollen als 380-kV-Freileitung gebaut, 3,5 Kilometer – erstmalig in NRW – als Erdkabel verlegt werden. Gegen die Planung dieses Netzausbaus liegen bei der Bezirksregierung in Münster 29 Einwendungen vor.

SOCIAL BOOKMARKS