Ausbildung im Handwerk beliebter denn je
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Der Kfz-Mechatroniker ist und bleibt der beliebteste Ausbildungsberuf im Handwerk – auch in der Region.
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So verzeichnet die Handwerkskammer Münster 2630 neu abgeschlossene Verträge zum Stichtag. Das ist ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld entschlossen sich im ersten Halbjahr 1719 junge Menschen zu einer handwerklichen Ausbildung, ein Plus von 4,7 Prozent.

Trotz Plus noch zahlreiche Stellen frei

Trotzdem gibt es noch zahlreiche freie Stellen. Die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Münster verzeichnet nach Angaben der Pressereferentin Vera Kratz allein 671 für dieses Jahr. Sie betont: „Das sind so viele wie noch nie in der etwa zehnjährigen Geschichte der Lehrstellenbörse.“ Deutschlandweit gibt es noch 25.000 freie Lehrstellen allein in den Börsen der Handwerkskammern. „Darunter sind viele Berufe, die von der Energiewende profitieren“, sagt Siegfried Mühlenweg, Pressesprecher der Handwerkskammer OWL, „etwa der Anlagenbauer Sanitär Heizung Klima“. Der Bekanntheitsgrad dieser Berufe sei durchaus zu verbessern. Fachkräfte sind rar.

Trend: Verträge werden frühzeitig abgeschlossen

Wohl auch aus diesem Grund beobachtet er in diesem Jahr einen Trend in OWL: „Die Betriebe schließen sehr frühzeitig Lehrverträge ab.“ So sicherten sie sich besonders qualifizierte Schulabgänger, die sich bei zu langen Wartezeiten oft noch einmal umorientierten und dem Handwerk verloren gingen.

Auf Platz eins der beliebtesten Ausbildungsberufe im Handwerk in der Region liegt seit Jahren der Kfz-Mechatroniker. Dieser werde laut Mühlenweg zunehmend technischer und anspruchsvoller, sagt Mühlenweg. Das Anwerben junger Menschen mit möglichst hohen Bildungsabschlüssen werde deshalb wichtiger. Auch Studienabbrecher rücken in den Fokus der Handwerkskammern. Ihre Zusammenarbeit mit Schulen aller Art mittels Unterrichtsbesuchen und Berufemessen sei deshalb wichtiger denn je, heißt es übereinstimmend aus Münster und Bielefeld.

Informiert werden Schüler, Lehrer und Eltern über die Bandbreite des Handwerks, duale Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Handwerkskammer Münster spricht zudem gezielt Menschen mit Migrationshintergrund mittels eines türkischstämmigen Lehrstellenvermittlers an.

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