Autobahnen in NRW sollen leiser werden
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15 Millionen Euro investiert das Land NRW in diesem Jahr in  Schallschutzmaßnahmen an Autobahnen.
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 „Wir haben begonnen, zu prüfen, welche Möglichkeiten der Lärmsanierung es gibt“, berichtete der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums, Horst Becker (Grüne), am Montag in Düsseldorf. Parallel dazu entsteht ein Verzeichnis der Fahrbahnbeläge auf Autobahnen. Noch im Herbst dieses Jahres soll dieses Kataster fertig sein. Aus ihm soll unter anderem auch hervorgehen, wann eine Sanierung der Beläge fällig wird.

Schallschutz

 Zum Schutz vor Lärm wurden 800 Kilometer Wände und etwa 370 Kilometer Wälle aus aufgeschütteter Erde errichtet. Schallschutzwände werden aus diversen Stoffen gebaut, aus Plexiglas, Holz oder aus Beton. Manche Mauern sind sogar Leinwände für Kunst geworden: An der Autobahn 40 im Ruhrgebiet ist dabei der kunterbunte "Barcode A40" entstanden.

Becker sagte, beim Bau von neuen Straßen würden von vorneherein strenge Regeln zum Lärmschutz angewendet. Hauptproblem seien aber die vielen bereits bestehenden und stark befahrenen Straßen, für die diese Regeln nicht greifen. Der Krach ist vor allem an Autobahnen und Bundesstraßen enorm. Bei jeder Sanierung solle nun überlegt werden, ob ein lärmmindernder Belag genommen werden kann, sagte Becker. So werde etwa die Autobahn 3 bei Erkrath demnächst einen fünf Dezibel weniger Lärm produzierenden „OPA“-Belag bekommen. Die Abkürzung steht für „offenporiger Asphalt“ - sogenannter Flüsterasphalt.

Als Krachmacher gilt der extrem langlebige Gussasphalt. Teils halten Beläge mit diesem grobkörnigen Belag 30 Jahre. Ein guter Flüsterasphalt bringt für Anwohner eine gefühlte Halbierung des Lärms. In diesem Jahr werden für Lärmsanierung bundesweit 50 Millionen Euro ausgegeben. Auf NRW entfallen 15 Millionen Euro. Allerdings - in den nächsten Jahren werde wohl mehr Geld dafür benötigt, sagte der Grünen-Politiker Becker. Er sprach von 50 Millionen Euro pro Jahr. Bestandteil des Vorhabens sind auch Arbeiten an Autobahnbrücken. Gerade hier ballen sich die Beschwerden von Anwohnern wegen des oft weithin zu hörenden Lärms.

Mehr als 1100 Kilometer lang sind die Schallschutzmauern an den Autobahnen und Bundesstraßen in NRW. Seit den 1970er Jahren wurden für Maßnahmen gegen den Autolärm rund 1,5 Milliarden Euro ausgeben. In die Lärmsanierung an bereits bestehenden Straßen flossen rund 260 Millionen Euro.

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