Automobilgeschichte erwacht zum Leben
Bild: Staubach
Legendärer Sportwagen – der Opel GT (hier ein Modell aus dem Jahr 1968). Der GT hat einen flachen Bug mit Klappscheinwerfern und laut Opel bauchige Kotflügel. Der 2,0-l-Vierzylinder leistet 90 PS (Höchstgeschwindigkeit 185 km/h). Zu sehen ist er auf der Techno Classica in Essen.
Bild: Staubach

Zum mittlerweile 28. Mal lockt die weltweit größte Messe ihrer Branche ins Revier. 1250 Aussteller aus 30 Nationen zeigen ihre Produkte in den diesmal 21 Hallen, die Jahr für Jahr von etwa 190.000 Menschen bevölkert werden. Die Nachfrage der Aussteller war so groß, dass sich der Veranstalter dazu entschlossen hatte, erstmals auch die Grugahalle und die temporäre Halle 14 mit einzubeziehen, wodurch die Gesamtausstellungsfläche auf 127.000 Quadratmeter vergrößert wurde.

2500 Fahrzeuge stehen zum Verkauf

Auf denen gibt es viel zu sehen und zu kaufen. Vom dringend benötigten Ersatzteil für das automobile Schätzchen in der eigenen Garage bis hin zum eine Million Euro teuren Mercedes SSK aus den 1920er und 1930er-Jahren. 2500 Fahrzeuge werden zum Verkauf angeboten, immerhin 40 Prozent von ihren – so der Veranstalter SIHA – wechseln während der Techno Classica auch tatsächlich ihren Besitzer.

Die meisten Besucher aber wollen sich nur umschauen, für viele ist die Techno Classica auch eine Reise in die eigene Vergangenheit, werden doch vielleicht Erinnerungen an das erste Auto und damit für viele auch gleichzeitig an die erste große Liebe wach. Die großen Hersteller haben in den vergangenen Jahren die Bedeutung ihres automobilen Erbes erkannt und präsentieren sich in Essen längst entsprechend. Mercedes-Benz zum Beispiel zeichnet die wichtigsten Stationen seiner Pkw-Geschichte in der Halle 1 auf 3500 Quadratmetern nach, der VW-Konzern nutzt in der Halle 7 gar 7500 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Historische und aktuelle Modelle nebeneinander

Auffällig in diesem Jahr: Fast immer findet sich auf den Ständen nicht nur das historische, sondern auch das ganz taufrische aktuelle Modell meist gleichen Namens. So stehen bei Fiat der Spider 124 von 1969 und der von 2016, bei Alfa die 50 Jahre alte und die aktuelle Giulia und bei Opel der GT des Jahres 1968 neben der auffälligen Sportwagen-Studie GT Concept. Mercedes zeigt den offenen 280 SE 3.5 (W 111) des Baujahrs 1970 und gleichzeitig erstmals in Deutschland das S-Klasse Cabrio.

Aber auch die zahlreichen Marken-Clubs präsentieren sich und ihre vierrädrigen Stars auf liebevoll gestalteten Ständen – mit unverzichtbaren Info-Tafeln. Die sucht man beim Ausrichter SIHA auch diesmal vergeblich. SIHA ließ die Rennwagen der Sonderschau „Mille Miglia 1955“ bis 12 Uhr verhüllt (die Messe öffnete um 9 Uhr) und die Besucher anschließend rätseln, wen sie da vor sich haben.

Die Techno Classica ist an diesem Freitag von 9 bis 19 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 25 Euro.

Bilder und weitere Informationen finden Sie in der gedruckten und den digitalen Ausgaben der „Glocke“.

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