BVB wie im Rausch - S04 kann durchatmen
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Jubeltraube: Dortmunds Axel Witsel, Maximilian Philipp, Marco Reus und Achraf Hakimi freuen sich über das 3:0 gegen AS Monaco.

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Dortmund-Monaco: Drei Spiele, neun Punkte, 14 Tore - das Team der Stunde kommt aus Dortmund. Nach zuletzt zwei sehenswerten Auftritten in der Bundesliga gegen Nürnberg (7:0) und Leverkusen (4:2) spielte die Borussia diesmal auch in der Champions League beachtlich auf. Beim 3:0 (0:0) im anfänglich kniffligen Duell mit AS Monaco stellte das junge Team erstaunliche Reife unter Beweis. Mit viel Geduld und Kaltschnäuzigkeit rang der BVB den zunächst gleichwertigen Gegner nieder.

Kapitän Marco Reus hob vor allem zwei Youngster hervor: "Wenn du solche Straßenfußballer wie Jadon und Jacob hast, macht es echt Spaß." Talente wie Jadon Sancho (18) und Jacob Bruun Larsen (20) stehen für den neuen BVB und gelten mehr und mehr als Versprechen für die Zukunft. Der in seiner englischen Heimat bereits als "Wonderkid" bezeichnete Sancho bereitete den Führungstreffer des erst sechs Minuten zuvor eingewechselten Dänen Larsen (51.) mustergültig vor. "Es ist top. Wir haben einige junge Spieler, die uns sehr viel geben und den Unterschied machen", schwärmte Torhüter Roman Bürki.

Trainer Lucien Favre bewies mit seinen Einwechslungen abermals ein glückliches Händchen. Dass zum wiederholten Mal ein erst in der 2. Halbzeit ins Spiel gekommener Profi traf, taugt als Indiz für die hinzugewonnene Breite des Kaders. "In den englischen Wochen ist es brutal wichtig für uns, dass wir Potenzial von der Bank ins Spiel bringen können", kommentierte Reus. Doch auch Reus wirkt in tragender Rolle beim Fortschritt mit. In der laufenden Saison erzielte er wettbewerbsübergreifend bereits sechs Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor.

Höwedes feiert emotionales Wiedersehen mit seiner „alten Liebe“

Moskau-Schalke: Weston McKennie erlebte einen seiner "schönsten Momente", Benedikt Höwedes ein emotionales Wiedersehen mit seiner "alten Liebe". Der 20 Jahre alte Jungstar des FC Schalke 04 und der langjährige Kapitän des Revierclubs waren die Hauptdarsteller an einem ansonsten recht ereignisarmen Abend.

Schalkes Spieler (v.l.) Hamza Mendyl, Torschütze Weston McKennie und Abdul Rahman Baba singen nach dem Spiel mit den Fans.

"Es war ein großartiges Gefühl. Ich bin ja nicht der Größte, aber ich kann hoch springen", schilderte McKennie seinen 1:0-Siegtreffer per Kopf in der 88. Minute bei Lokomotive Moskau nach einer Ecke von Jewgeni Konopljanka. Mit seinem ersten Tor in der Königsklasse bescherte der US-Nationalspieler dem krisengeplagten Vizemeister die wichtigen drei Punkte, die die Achtelfinal-Aussichten nach dem 1:1 daheim gegen Porto erheblich verbessern. "Das war einer der schönsten Momente in meiner Karriere. Als Junge habe ich immer davon geträumt, in der Champions League zu spielen", schwärmte McKennie.

Große Gefühle zeigte auch Höwedes, der im Sommer beim russischen Meister anheuerte, weil ihm Schalkes Trainer Domenico Tedesco keine Perspektive geben konnte oder wollte. Der 30-Jährige gab freimütig zu, dass es "kein normales Spiel" für ihn war. "Es war schon sehr emotional. In den 90 Minuten, habe ich versucht, das auszublenden. Aber wenn du 16 Jahre Herzblut in einen Verein steckst und dann gegen die alte Liebe spielst, ist es schon sehr merkwürdig." Zwar machte die Wiedersehensfreude mit den ehemaligen Mitspielern die Niederlage für den Weltmeister von 2014 nicht "erträglicher", dennoch marschierte Höwedes nach dem Abpfiff schnurstracks in die Schalker Kabine. "Man trifft ja alte Freunde. Und der Kontakt zu einigen ist nie abgerissen", berichtete Höwedes.

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