Baby nach Füttern zu Tode geschüttelt
Vor dem landgericht Münster hat am Montag der Prozess gegen einen 21-Jährigen begonnen, der seine kleine Tochter zu Tode geschüttelt haben soll.

Zum Prozessauftakt demonstrierte er an einer Puppe, wie er seine Tochter nach dem Füttern geschüttelt hat. Dabei sagte er: „Sie hat so komische Geräusche gemacht, ich dachte, sie hätte sich verschluckt.“ Da habe er Angst bekommen. Das Baby hatte sich damals noch zwei Mal gestreckt, dann setzte die Atmung aus.

Die Ärzte konnten es im Krankenhaus zwar reanimieren, das Bewusstsein hat Nelly-Sophie jedoch nie wiedererlangt. Sie starb an den Folgen eines schweren Schütteltraumas.

Der Angeklagte hatte seiner Tochter am Morgen des 3. November 2011 die Flasche gegeben, sie dann auf seinen Schoß gesetzt. Seine 20-jährige Freundin lag zu diesem Zeitpunkt noch im Bett. Das Baby sollte aufstoßen, doch das klappte offenbar nicht. „Ich habe es dann auch heftiger geschüttelt“, sagte der Angeklagte vor der 31. Strafkammer. „Danach ist sie zusammengesackt und war ganz schlapp.“

Die jungen Eltern waren erst ein halbes Jahr vor der Schwangerschaft zusammengezogen. Trotz des gewaltsamen Todes ihrer Tochter erwarten sie inzwischen ihr zweites Kind. „Wir wollen einen Neustart versuchen“, sagte die 20-Jährige im Zeugenstand. Noch ist allerdings nicht klar, ob der Angeklagte für die Tat ins Gefängnis muss.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm auch vor, seiner Tochter wenige Wochen nach der Geburt den linken Oberarm gebrochen zu haben. Das streitet der 21-Jährige allerdings ab.

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