Bäcker-Initiative gegen Pappbecher
Der „Coffee-to-go“-Boom verursacht in Deutschland ein erhebliches Müllproblem. Auf die steigende Nachfrage nach „Kaffee für unterwegs“ reagiert die Bäckerinnung Münster jetzt mit der Einführung des „Gildebechers“.

Nach den Karnevalstagen bieten 17 Mitgliedsbetriebe der Bäckergilde Münster in 120 Filialen den „Gildebecher“ zum Selbstkostenpreis von etwa sechs Euro an; das erste Getränk ist bereits gratis mit dabei. Kunden können den verschließbaren Becher dann immer wieder mit Kaffeespezialitäten befüllen lassen. Reinigen müssen sie das Gefäß allerdings selbst.

„Wir müsen umdenken, was den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit angeht“, erklärt der Bäckermeister und Innungsobermeister, Georg Krimphove. „Mit der weitgehend einzigartigen Aktion bieten wir Kunden eine Steilvorlage, um auf Pappbecher zu verzichten.“ Rund 600.000 Tassen Kaffee verkauft Krimphove pro Jahr, davon sei etwa die Hälfte „to go“.

Der Gebrauch von persönlichen Bechern war bislang eine rechtliche Grauzone, berichtet der Unternehmer. Mit der Einführung des „Gildebechers“ habe der Bäckerverband nun rechtlich geklärt und gemeinsam entschieden, Mehrwegbecher in den Filialen zu akzeptieren. Dabei gelten verschiedene Voraussetzungen. Unter anderem dürfen die persönlichen Becher nicht die Düse der Kaffeemaschine berühren, um möglichen Verunreinigungen vorzubeugen.

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