„Bat out of Hell“ zwischen Musical und Konzert
 Bild: Stage Entertainment
Beeindruckendes Bühnenbild, rockige Klänge: Das Musical „Bat out of Hell“ mit Hits von Meat Loaf hat gestern im Metronom Theater in Oberhausen Premiere gefeiert.

Bild: Stage Entertainment

Das Musical mit Hits des US-Rockers Meat Loaf feierte am Donnerstag Deutschland-Premiere – mit hartem Gitarren-Sound, bewegendem Gesang und einer kolossalen Bühnenshow. Meat Loafs Texter und Komponist Jim Steinman hat sein Musical rund um Songs der Album-Trilogie „Bat out of Hell“ (1977, 1993 und 2006) gespannt.

Herz, Schmerz, Eifersucht - und eine Prise Klamauk und Witz

Das Handlungsgerüst ist schnell erzählt: In einer postapokalyptischen Welt verliebt sich Raven (Sarah Kornfeld), eine junge Schönheit aus gutem Hause, in Strat (Robin Reitsma), den rebellischen Anführer einer Jugendbande. Doch ihr despotischer Vater Falco (Alex Melcher) will die Beziehung mit allen Mitteln verhindern, während Mutter Sloane (Willemijn Verkaik) Verständnis fürs junge Glück zeigt.

Hintergrund

Meat Loaf: …ist der englische Begriff für „Hackbraten“ oder „Fleischklops“ – und der Künstlername des US-amerikanischen Rocksängers und Schauspielers Michael Lee Aday (71).

Album-Trilogie: Das Meat-Loaf-Album „Bat out of Hell“ (zu deutsch: Fledermaus aus der Hölle) erschien 1977. Mit bis heute rund 43 Millionen Exemplaren ist es eines der meistverkauften Alben der Musikgeschichte. „Bat Out of Hell II: Back Into Hell“ kam im Jahr 1993 auf den Markt, „Bat Out of Hell III: The Monster Is Loose“ (2006).

Musical-Stationen: Uraufführung hatte das Musical „Bat out of Hell“ am 14. März 2017 im englischen Manchester. Es folgten Stationen in Toronto (Kanada) und London. Wie lange das Stück in Oberhausen läuft, ist noch offen.

Ort: Metronom Theater am Centro Oberhausen, Musikweg 1, 46047 Oberhausen.

Vorstellungen: Dienstag 18.30 Uhr, Mittwoch 18.30 Uhr, Donnerstag 19.30 Uhr, Freitag 19.30 Uhr, Samstag 14.30 und 19 Uhr, Sonntag 14 und 18.30 Uhr.

Karten (39,90 bis 149,90 Euro) sind in allen „Glocke“-Geschäftsstellen erhältlich. www.stage-entertainment.de/ musicals-shows/bat-out-of-hell-oberhausen.html

Und so kommen unter der Regie von Jay Scheib klassische Musical-Zutaten zum Einsatz: die saubere Trennung von Gut und Böse, eine gehörige Portion Herz, Schmerz und Eifersucht sowie eine Prise Klamauk und Witz. Überzeugend ist vor allem die gesangliche Leistung der vier Hauptdarsteller: Stimmgewaltig präsentieren sie die gefühlvolle Ballade „It’s all coming back to me now“ („Jetzt kommt alles zurück zu mir“) ebenso treffsicher wie den fetzigen Bombast-Rock-Knaller „You took the Words right out of my Mouth“ („Du nahmst die Worte einfach aus meinem Mund“).

Keine Spur von Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Lyrik

Spätestens bei der Schlusshymne „I’d do anything for Love“ („Ich würd’ aus Liebe alles tun“) ist das Publikum begeistert. Fulminant unterstützt werden die Protagonisten sowohl von den übrigen 28 Ensemblemitgliedern wie auch vom rasant (und laut) aufspielenden Orchester des Metronom Theaters. Die Meat-Loaf-Songtexte wurden übrigens ins Deutsche übertragen – und das funktioniert. Keine Spur von Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Lyrik. Das Libretto von Roland Schimmelpfennig und Frank Ramond legt sich auf die Musik, als sei es das Original.

Ein weiterer Star des Spektakels ist das vielseitige Bühnenbild (John Bausor): Durch imposante Szeneriewechsel pendelt es zwischen dem Schattenreich von Strats Bande und der glänzenden Welt Falcos. Motorräder donnern vorbei, Bildprojektionen und Live-Videos ergänzen die Kulisse. Und wenn grelle Lichtblitze und Flammensäulen das Ganze befeuern, wird das Musical endgültig zum Rockkonzert.

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