Bekenntnisschulen: Umwandlung erleichtert
Bild: dpa
In den Grundschulen Nordrhein-Westfalens lernen immer weniger katholische oder evangelische Kinder. Gleiches gilt für Hauptschulen. Die Landesregierung will deshalb die Umwandlung reiner Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsschulen erleichtern.
Bild: dpa

Knapp 2900 öffentliche Grundschulen gibt es NRW-weit, ein Drittel davon sind an eine Konfession gebunden – zum weitaus größten Teil an die katholische. Hinzu kommen 41 katholische Hauptschulen (von 527). In diesen Bekenntnisschulen werden Kinder dem Schulgesetz zufolge „nach den Grundsätzen eines bestimmten Bekenntnisses unterrichtet und erzogen“. Das Lehrerkollegium muss im Regelfall der entsprechenden Glaubensrichtung angehören.

Gleichzeitig jedoch nimmt die Zahl der Kinder, die keiner oder einer anderen Religion wie dem Islam angehören, zu. „Vor allem im ländlichen Raum besteht ein Missverhältnis“, verdeutlicht Renate Hendricks, schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Schon jetzt ist es möglich, Bekenntnisschulen in offene Gemeinschaftsschulen umzuwandeln: Mindestens ein Fünftel der betroffenen Eltern müssen eine Abstimmung darüber fordern, anschließend müssen zwei Drittel der Eltern (bei Hauptschulen ein Drittel) für die Umwandlung stimmen.

Hürden senken

Auf Initiative der Grünen will die Landesregierung nun die Hürden senken: Nur noch ein Zehntel der Eltern muss die entsprechende Abstimmung wollen, bei dieser dann lediglich die Hälfte (bei Hauptschulen: ein Drittel) mit Ja stimmen. Zudem soll auch der Schulträger – in der Regel Kommune oder Kreis – ein Verfahren einleiten können, wenn er den Bedarf sieht. „Es ist allerdings kaum zu erwarten, dass es nun zu einer Umwandlungswelle kommt“, meint Hendricks. Sie weist zudem darauf hin, dass es sich um keine „Einbahnstraße“ handele – prinzipiell könne auch aus einer Gemeinschafts- eine Bekenntnisschule werden. Die Gesetzesänderung soll im März verabschiedet werden.

Auch in einem anderen Punkt will die Landesregierung das Schulgesetz ändern: Waren bislang offiziell nur dann Lehrer einer anderen Konfession an einer Bekenntnisschule zulässig, wenn diese von mehr als zwölf Schülern einer anderen Glaubensrichtung besucht wird, soll dies künftig generell „zur Sicherung des Unterrichts“ zulässig sein. Ein bestimmter Anteil der Lehrer soll dabei weiter dem jeweiligen Bekenntnis angehören, der Schulleiter wie bisher grundsätzlich auch. Hendricks sieht die Neuregelung als Vorteil für die Schulen: „Sie bekommen dann die Lehrer, die gut sind – unabhängig vom Bekenntnis.“

Den vollständigen Bericht mit Stimmen aus dem Bistum Münster und der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie einem Hintergrund zu Zahlen und Fakten finden Sie in der Donnerstag-Ausgabe der „Glocke“.

SOCIAL BOOKMARKS