Belastetes Geflügel: Agravis als Quelle
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Mehrere hundert Tonnen belastetes Geflügelfutter sind über den Hersteller Agravis aus Münster in Umlauf gekommen.
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Entdeckt wurde die Belastung des Geflügelfleischs mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) durch routinemäßige Kontrollen in einem Schlachtbetrieb in Ostwestfalen, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gestern mitteilte.

Keine akute Gesundheitsgefahr

PCB ist eine giftige Substanz, die nur sehr schwer abbaubar ist. Eine akute Gesundheitsgefahr geht nach Angaben des Lanuv von dem Fleisch aber nicht aus. Der Stoff wurde im Nanogrammbereich nachgewiesen. „Das entspricht in etwa einem Stück Würfelzucker im Bodensee“, teilte das Lanuv in einer Mitteilung mit.

Das mit PCB belastete Futter wurde im Agravis-Futtermittelwerk Ostwestfalen-Lippe in Minden produziert. Der Konzern mit Sitz in Münster und Hannover bestätigte das gestern. Mehrere hundert Tonnen des belasteten Tierfutters seien in Umlauf gekommen.

„Das Futter wurde gesperrt und bereits ausgelieferte Ware ausgetauscht“, teilte Agravis mit. Man bedauere den Vorfall und habe Maßnahmen ergriffen, um Ähnliches in Zukunft zu vermeiden. Die betroffenen Lagerbehälter würden derzeit nicht genutzt und von einem Gutachter untersucht. „Eine schnellstmögliche Sanierung wird vorbereitet“, hieß es weiter.

Betroffen sei allerdings nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion am Standort: „Wir reden über weniger als ein Fünftel einer Tagesproduktion“, sagte der Sprecher. „Für Agravis bedeutet der Vorfall einen großen Imageschaden“, hieß es weiter. Finanziell sei der Schaden für den Konzern noch nicht zu beziffern.

41 Betriebe beliefert mit Futter

Nach Angaben des Lanuv sind in NRW insgesamt 41 geflügelhaltende Betriebe mit dem verunreinigten Futter beliefert worden. Betroffen sind die Kreise Gütersloh (18 landwirtschaftliche Betriebe), Paderborn (14), Soest (5), Herford, Lippe, Münster und Warendorf (je 1).

Dabei handelt es sich um sieben Legehennen-Betriebe, 24 Masthähnchen-, acht Putenmastbetriebe sowie zwei Enten- und Gänsehalter. Einzelne Lieferungen sind nach Angaben der Landesbehörde auch an landwirtschaftliche Betriebe in Hessen und in Niedersachsen gegangen.

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