Bewährungsstrafe für 19-Jährigen
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Vor dem Landgericht Arnsberg ist am Dienstag ein 19-Jähriger wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
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Der Auszubildende hatte vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Arnsberg zugegeben, den 50-Jährigen von sich gestoßen zu haben. Zuvor hatten offenbar beide Männer schlichtend in einen handgreiflichen Streit zwischen einem Freund des 19-Jährigen und einem Arbeitskollegen des 50-Jährigen eingreifen wollen. Dabei waren sie dann selbst aneinander geraten.

Der 50-Jährige war durch den Stoß rücklings mit dem Kopf auf das Kopfsteinpflaster geschlagen. Eine Woche später starb er an seinen Kopfverletzungen.

Beteiligte und Zeugen damals unter Alkoholeinfluss

Eigentlich, so Staatsanwalt Marco Karlin, war es eine Kirmes-Rangelei, wie sie leider an der Tagesordnung sei. Dass das Opfer durch den Stoß das Gleichgewicht verlor und ohne Reaktion auf den Hinterkopf prallte, sei möglicherweise auch durch den Alkohol bedingt. Denn alle Beteiligten und auch die elf geladenen Zeugen hatten am „Pferdemarkt-Donnerstag“ schon reichlich getrunken. Deshalb ließ sich das Geschehen auch nicht komplett aufklären.

Als „alkoholbedingt enthemmt“ beschrieb der Staatsanwalt den 19-Jährigen, der sicher nicht mit einem Tötungsvorsatz gehandelt habe. Aber dass er den Mann durch seinen Stoß aus dem Gleichgewicht bringen könnte, müsse er schon in Kauf genommen haben, sagte Richter Willi Erdmann in seiner Urteilsverkündung.

Der Auszubildende war nach der Tat zwar geflohen. Weil er aber kurze Zeit später doch ein Geständnis ablegte und noch nicht vorbestraft ist, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

„Ich kann verstehen, dass ihr voller Hass für mich seid. Ich würde gern alles rückgängig machen“, wandte er sich an die Witwe und Tochter des 50-Jährigen. Die waren nach dem Urteil enttäuscht.

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