Bezirksregierung bleibt in Hand einer Frau
Bild: Kommunale Versorgungskassen Westfalen-Lippe
Judith Pirscher soll Nachfolgerin von Marianne Thomann-Stahl als Regierungspräsidentin in Detmold werden.
Bild: Kommunale Versorgungskassen Westfalen-Lippe

Die Leitungsposition der staatlichen Mittelbehörde - Bindeglied zwischen den Landesministerien und den Kommunen in NRW - bleibt damit in der Hand einer Frau. Auch die politische Heimat der Amtsinhaberin und ihrer designierten Nachfolgerin ist die Gleiche: Beide gehören der FDP an. Die Pressestelle in Detmold wollte die Personalie am Donnerstag nicht kommentieren und verwies auf die Zuständigkeit des Düsseldorfer Innenministeriums. Auf Nachfrage verlautete auch dort nichts Offizielles - nur so viel: Das Kabinett werde über die Nachfolge „zu gegebener Zeit“ entscheiden. Nach Informationen der „Glocke“ gilt die Zustimmung für die LWL-Dezernentin jedoch als ausgemachte Sache.

Thomann-Stahl geht zum Jahresende in den Ruhestand

Marianne Thomann-Stahl bekleidet die Position der Regierungspräsidentin seit 2005. Die Chefin von fast 1100 Mitarbeitern ist vom damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) zur Nachfolgerin von Andreas Wiebe (Grüne) ernannt worden. Ende November erreicht die Diplom-Volkswirtin mit beruflicher Erfahrung in Wirtschaft und Politik die Altersgrenze und geht dann in den Ruhestand.

Marianne Thomann-Stahl

Judith Pirscher müsste demnach vom amtierenden Chef der schwarz-gelben Landesregierung, Armin Laschet von der CDU, als Spitzenbeamtin nach Detmold entsendet werden. Seit April 2011 leitet die gebürtige Dortmunderin den Bau- und Liegenschaftsbetrieb beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. Sie führt zudem die Geschäfte der Kommunalen Versorgungskassen für Westfalen-Lippe, diese sind dem Verband unterstellt.

Pirscher durch Arbeit in Bund und Land politisch gut vernetzt

Die politische Arbeit hat die Vize-Kreisvorsitzende der Liberalen in Münster nach Berlin und Düsseldorf geführt: In der Bundeshauptstadt wurde sie 1998 Umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. Nach ihrer Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen zwei Jahre danach übernahm Pirscher die Aufgabe der Stellvertretenden Geschäftsführerin und Justiziarin der FDP-Landtagsfraktion. Gut vernetzt im Land ist die studierte Juristin und Rechtsanwältin nicht zuletzt durch ihre Arbeit als Leiterin des Büros von NRW-Innenminister Ingo Wolf - der FDP-Mann verantworte das Ressort von 2005 bis 2010 - sowie durch Tätigkeiten beim Verfassungsschutz in Innenministerium und als Ständige Vertreterin des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Hintergrund

Derzeit haben vier der fünf Regierungsbehörden im Land eine Frau als Chefin: Thomann-Stahl (FDP) in Detmold, Dorothe Feller (CDU) in Münster, Gisela Walsken (SPD) in Köln und Brigitta Radermacher (CDU) in Düsseldorf. Einziger Mann im Bunde ist Hans-Josef Vogel (CDU) in Arnsberg. Diese Art von Behörde gibt es außer in NRW (5) noch in Bayern (7), Baden-Württemberg (4) und Hessen (3).

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