Bielefeld fürchtet Wettbewerbsverzerrung
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„Am fairsten wäre es, wenn alle Spiele mit Aachener Beteiligung sofort auf null gestellt würden“, sagt Bielefelds Trainer Stefan Krämer.
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„Wir müssen abwarten, was passiert. Aber wir wollen für alle Szenarien gewappnet sein, die möglicherweise für Arminia Bielefeld eine Nachteil bedeuten“, sagt DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf. Ziel der zahlungsunfähigen Alemannia ist es, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten und im kommenden Jahr einen Neuanfang in der Regionalliga zu starten. Ziel ist aber auch, die Kosten in der laufenden Saison drastisch zu reduzieren. Das geht nur über den Verkauf der besten Spieler.

Das nächste Transferfenster öffnet am 1. Januar 2013 und schließt am 31. Januar. Spätestens danach wird Aachen nur noch mit seiner U 23 antreten. „Bis dahin spielen mit Bielefeld, Burghausen, Dortmund II und Saarbrücken vier Vereine zu Beginn der Rückrunde ein zweites Mal gegen Aachen A, der Rest der Liga nach Ende der Transferperiode wohl nur noch gegen Aachen B. Eine solche Wettbewerbsverzerrung wollen wir verhindern“, erklärt Uhlig. Er nahm Kontakt zu den betroffenen Vereinen auf, „jetzt werden wir den Fall mit einem Anwalt besprechen“.

Gockel: „Hoffen, dass Aachen es irgendwie schafft“

Preußen Münsters Sportvorstand Carsten Gockel äußerte sich diesbezüglich zurückhaltend. „Was wäre wenn – ich halte wenig von dieser Kaffeesatzleserei. Ich hoffe für die Aachener, dass sie es irgendwie schaffen und durch die Saison kommen.“ Bielefelds Trainer Stefan Krämer hatte sich am Rande des Spitzenspiels in Osnabrück (0:0) dafür ausgesprochen, „dass es am fairsten wäre, alle Spiele mit Aachener Beteiligung auf null zu stellen.“ In diesem Fall würden Bielefeld ein Punkt und Münster drei Punkte abgezogen.

Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Aachen wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung gegen Verantwortliche des Traditionsclubs. Nach Medienberichten hatte ein damaliges Aufsichtsratsmitglied schon im April vor dem drohenden Finanzloch von 4,5 Millionen Euro gewarnt. Hauptauslöser der Finanzmisere war das im Sommer 2009 eröffnete Tivoli-Stadion.

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