Bielefeld unterliegt Werder Bremen
Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Beim Spiel Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld kämpft Bielefelds Sergio Cordoba (r.) gegen Werders Maximilian Eggestein um den Ball. Die Bielefelder verloren in Bremen mit 0:1.
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Leonardo Bittencourt erzielte beim Geisterspiel im Bremer Weserstadion in der 27. Minute den Siegtreffer. Nach steigenden Corona-Zahlen in der Stadt durfte der Club keine Zuschauer einlassen. Doch auch ohne Unterstützung sah Werder-Trainer Florian Kohfeldt die geforderte „Bestätigung der Ansatz von Schalke" in der ersten Hälfte. Und wie schon beim 3:1-Erfolg in Gelsenkirchen am vergangenen Wochenende zeigten die Bremer keinen Gala-Fußball, dafür aber viel Kampf und Leidenschaft. Bittencourt (2./9.) sorgte mit zwei Schüssen aus der Distanz für Gefahr. Mehrmals klatschte Kohfeldt Beifall für den engagierten Auftritt.

Bielefeld hatte nach dem guten Start mit vier Punkten lange Zeit Probleme mit den früh angreifenden Bremern. Zwar waren die Defensivspieler gewohnt ballsicher, in der Offensive wurde aber immer nur Kapitän Fabian Klos gesucht. Der 32 Jahre alte Routinier war zwar meist Sieger im Kopfball-Duell mit Werders Abwehrspieler, doch gefährlich einsetzen konnte er damit die Mitspieler lange Zeit nicht. Nicht ohne Grund war der Torjäger auch an der ersten Chance beteiligt, doch Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka hielt den Klos-Schuss aus rund zehn Metern problemlos (20.).

Córdova-Schuss ging über‘s Tor

Werder wurde immer gefährlich, wenn es über Bittencourt ging. Erst nahm Schiedsrichter Robert Schröder nach einem Treffer des Bremers nach langem Videostudium aufgrund einer Abseitsposition zurück (23.). Vier Minuten brachte er seinen Club doch in Führung. Ein Zuspiel von Jean-Manuel Mbom verwertete der völlig frei stehende Bittencourt mit einem überlegten Schuss ins linke Eck zum 1:0. Werder zog sich in der Folge mehr zurück und überließ den Gästen die Spielkontrolle. Lange konnte die Neuhaus-Elf mit dem vermehrten Ballbesitz wenig anfangen. Doch weil auch die Bremer in der Defensive immer mehr Fehler machten, kamen die Bielefelder zu Gelegenheiten. Torjäger Klos scheiterte freistehend per Kopf an Pavlenka (61.). Ein Schuss von Sergio Córdova aus spitzem Winkel ging über das Bremer Tor. Die Norddeutschen kamen kaum noch gefährlich in den Bielefelder Strafraum. Dies lag auch daran, dass Davy Klaassen nicht wie zuletzt überzeugen konnte. Der Niederländer wirkte zu hektisch. Womöglich war es der letzte Auftritt des Vizekapitäns. Ajax Amsterdam besitzt großes Interesse am 27-Jährigen. Auch Klaassen hofft auf eine Rückkehr zum Topclub. Eine Einigung muss bis Montag zum Transferschluss erfolgen.

Der Aufsteiger versuchte in der Schlussphase noch einmal alles und erzielte in der Nachspielzeit vermeintlich das 1:1. Doch Schiedsrichter Robert Schröder entschied zuvor auf ein Offensiv-Foulspiel der Bielefelder. Für die Arminia war es 2020 die erste Niederlage im Ligabetrieb. Für Werder dagegen nach dem 6:1 gegen den 1. FC Köln erst der zweite Liga-Heimsieg in diesem Jahr.  

BVB gewinnt mit 4:0 gegen Freiburg

Unterdessen hat Borussia Dortmund den drohenden Saison-Fehlstart dank Erling Haaland abgewendet. Nach zuletzt zwei Niederlagen für den BVB in der Bundesliga beim FC Augsburg (0:2) und im Supercup (2:3) beim FC Bayern steuerte der norwegische Angreifer am Samstag beim verdienten 4:0 (1:0) über den SC Freiburg zwei Tore (31. Minute/66.) bei. Die weiteren Treffer vor 11.500 Zuschauern im Signal Iduna Park erzielten Emre Can (47.) und Felix Passlack (90.+2). Dagegen mussten die Freiburger vor der Länderspielpause ihre erste Saisonniederlage hinnehmen und blieben auch in der 19. Partie in Serie gegen den BVB sieglos.

Auch ohne Top-Scorer Jadon Sancho und Stammkeeper Roman Bürki, die wegen Atemwegsinfektionen fehlten, übernahm der BVB von Beginn an die Regie. Allerdings fiel der Spielaufbau zunächst schwer, weil die Freiburger dem Favoriten mit gekonntem Forechecking das Leben schwer machten. Zudem zogen sich die Gäste bei gegnerischen Angriffen komplett zurück und ließen der hochgelobten BVB-Offensive damit wenig Raum für schnelle Kombinationen. Ein ähnliches Konzept hatte schon den Augsburgern eine Woche zuvor zum Erfolg über den BVB verholfen. So erspielte sich der Vize-Meister in den ersten halben Stunde nicht eine einzige Torchance. Erst Haaland brach den Bann. Nach Zuspiel von Giovanni Reyna schloss der Torjäger mit einem Flachschuss ins lange Ecke eiskalt ab. Dieser dritte Saisontreffer des Norwegers löste beim BVB die Anspannung.

Urplötzlich kam die bis dahin zurückhaltende Offensive in Fahrt. Bei Chancen von Reyna (34.), Haaland (36.) und Mats Hummels (38.) waren die Dortmunder dem 2:0 nahe. Angesichts des wachsenden Drucks verlegten sich die Freiburger nun vollends auf die Torsicherung und blieben bis zur Pause im Angriff harmlos. Doch nur 67 Sekunden nach Wiederanpfiff war das Freiburger Bollwerk erneut geknackt. Eine Ecke von Reyna beförderte Nationalspieler Can den Ball mit einem wuchtigen Kopfball in den rechten Torwinkel. Trotz der nun beruhigenden Führung blieb der BVB am Drücker. Nur der leichtfertige Umgang mit Torchancen durch Axel Witsel (52.) und Marco Reus (63.) verzögerte die Vorentscheidung. Doch einmal mehr war auf Haaland Verlass. Erneut leistete der erst 17 Jahre alte Reyna die Vorarbeit, für die sich der Norweger mit einem platzierten Schuss in Netz bedankte. Passlack setzte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer den Schlusspunkt.

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