Bielefelder Baudezernent unter Korruptionsverdacht 
Der Bielefelder Baudezernent steht unter Korruptionsverdacht. Ermittlungen laufen.

Wohnungen und Büros der Verdächtigen wurden Ende Mai durchsucht. 

Das Bauunternehmen hatte den Rohbau des 26,5 Millionen Euro teuren „technischen Rathauses“ errichtet, in dem technische Behörden wie etwa das Bauamt untergebracht sind. Auftraggeber war die städtische Bielefelder Beteiligungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft, Prokurist ist der Baudezernent. Außerdem hat die Firma teilweise das Privathaus des Baudezernenten errichtet.

Vorteil in Höhe einer fünfstelligen Summe

Der Preis für den Privatbau liege möglicherweise unter den Erstellungskosten, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann auf Anfrage. Über die Höhe der Summen sagte Pollmann nichts. Der Vorteil für den Baudezernenten und den Architekten soll, so sich die Vorwürfe erhärten, einer niedrigen fünfstelligen Summe entsprechen.

Oberbürgermeister Clausen (SPD): Unschuldsvermutung gilt

Für den Baudezernenten, der seit 14 Jahren im Amt ist, gelte die Unschuldsvermutung, erklärte Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) auf Anfrage. Der Dezernent habe alle „Tatsachen und Unterlagen“ offengelegt und der Staatsanwaltschaft uneingeschränkte Kooperation zugesagt.  Für einen Architekten, der ein größeres Wohnprojekt in der Stadt gebaut hatte, errichtete die gleiche Firma einen Swimmingpool. Der Kaufpreis sei aber nie geflossen, sagte Pollmann.

Vorwürfe werden zurückgewiesen

Die Erklärungen der Beteiligten für das günstige Privathaus und den Swimmingpool hätten die Ermittler bislang nicht befriedigt. Der Anwalt des Baudezernenten wollte sich vorerst nicht zu dem Verdacht äußern. Die Vorwürfe würden aber „entschieden zurückgewiesen“, sagte Carsten Ernst. Der Anwalt des Inhabers der Baufirma sagte, man hoffe, „die Missverständnisse aus dem Weg räumen zu können“ und bestreite den Vorwurf. Man werde eng mit den Ermittlern zusammenarbeiten, kündigte Detlev Binder an.

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