Bielefelder arbeiten an künstlichen Hirnen
Der Experimentalphysiker Andy Thomas arbeitet im Labor der Universität Bielefeld.

Denn die elektronischen Bauteilchen funktionieren ähnlich wie die oft zitierten „grauen Zellen“. Mit ihrer Hilfe sollen Computer entstehen, die beispielsweise selbstständig von ihrer Programmierung abweichen können, wenn eine neue Verbindung häufiger genutzt wird als die ursprüngliche: Wenn etwa eine Sonde auf Weltraummission ein unvorhergesehenes Objekt gleich mehrfach registriert, könnte sie eigenständig einen Beschluss fassen, nämlich dass es von Belang sein könnte, zumindest Daten über die Begegnung zu sammeln und zur Erde zu senden.

Memristoren merken sich Stromfluss

Die winzigen Memristoren haben es in sich: Denn anders als die bislang üblichen Transistoren merken sie sich, wenn Strom durch sie hindurch geflossen ist; die sogenannte memristive Leistung erbringt ddie Schicht aus Magnesiumoxid. Die Verbindung wird stärker, je öfter sie genutzt wird – ähnlich wie bei menschlichen Nervenzellen, deren Synapsen umso schneller reagieren, je häufiger sie aktiviert werden. Beispiel: Wenn etwa ein Schüler das Einmaleins so lange übt, bis zwischen den Zahlen vier, sieben und 28 sozusagen eine Standleitung geschaltet ist. Was im Pennäler-Hirn funktioniert, hat das Bielefelder Team jetzt erstmals für die Memristoren nachgewiesen. „Damit ist belegbar, dass Memristoren tatsächlich Nervenzellen imitieren und mit ihnen der Bau künstlicher Gehirne möglich ist.“

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