Bielefelder isst 76 Jahre alte Kartoffeln
Foto: Marius Rügge/privat/dpa
In diesen Kisten lagerten die getrockneten Kartoffeln auf einem Bielefelder Dachboden. Gedacht waren sie offenbar zur Versorgung australischer Soldaten im 2. Weltkrieg. 
Foto: Marius Rügge/privat/dpa

„Schmeckt muffig-erdig und nur noch ganz entfernt nach eher mehliger Kartoffel“, sagte Marius Rügge. Seine Recherchen zu den Trockenpommes hätten ergeben: Sie stammen aus Melbourne in Australien und waren wohl zur Versorgung der Soldaten gedacht. „Ich kann mir vorstellen, dass sie dann in der Kriegs- oder Nachkriegszeit irgendwie in der Kohlenhandlung hier gelandet sind, die sich hier früher befand“, sagte Rügge. 

Fund auf dem Dachboden

Der Jungunternehmer hatte vor anstehenden Umbauarbeiten mit einem Klempner das Nebengebäude seines Arbeitsortes betreten und war auf die offenbar jahrzehntelang unbeachtet auf dem Dachboden lagernden Kisten aufmerksam geworden. „Die sahen aus wie im Film“, sagte Rügge. Die staubigen und fest verschlossenen Holzkisten tragen Stempel: „Dried Potato“, getrocknete Kartoffel - „da wird man natürlich neugierig“. 

In den Kisten fand Rügge mit seinen Kollegen je zwei Dosen mit auf Pommesformat geschnittenen und dehydrierten Kartoffeln, ebenso eine Anleitung zur Zubereitung. Er habe dann gleich ein paar der Kartoffelstäbchen zwei Stunden lang in Wasser eingeweicht und anschließend erwärmt - in der Mikrowelle. „Vielleicht hätte man besser eine Fritteuse genommen“, sagt Rügge. Was nun mit den Kisten passiere, sei noch nicht klar. „Vielleicht interessiert sich ja jemand dafür.“ Aufessen werde er das Trockenfutter nicht.

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