Bielefelder lehnen Stadtbahn-Linie 5 ab
Solche Niederflurzüge wie hier in Straßburg hätten auf der Bielefelder Stadtbahn-Linie 5 eingesetzt werden sollen. Die Bielefelder lehnen der Bau der Strecke jedoch ab.

110 297 und damit 39,65 Prozent der Wahlberechtigten haben sich an der Abstimmung beteiligt, teilte die Stadt am Montagnachmittag nach Auszählung aller Stimmen mit, die ausschließlich per Briefwahl abgegeben werden konnten. Die Nein-Sager hatten letztlich einen Vorsprung von 7450 Stimmen (58.615 zu 51.165).

„Soll die Stadtbahnlinie 5 von Sennestadt nach Heepen gebaut werden?“ lautete die Frage auf dem mit den Unterlagen zur Kommunal- und Europawahl verschickten Zettel. Die knappe Mehrheit der Abstimmenden kreuzte „Nein“ an. Im Vorfeld hatten sich fast alle im Stadtrat vertretenen Parteien für das Vorhaben ausgesprochen. Das gilt auch für Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) und seinen Herausforderer Andreas Rüther (CDU), die am 15. Juni in die Stichwahl um das Amt gehen.

Kritiker hatten vor allem die unsichere Finanzierung bemängelt. Etwa drei Viertel der auf 217 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten hätten durch Fördermittel von Bund und Land aufgebracht werden sollen, 50 Millionen durch MoBiel. Um die restlichen 13 Millionen Euro zu stemmen, hätte die Stadt zusätzliche Kredite aufnehmen müssen. Die Bezirksregierung Detmold hatte kürzlich angemahnt, dass für den Bahn-Bau keine neuen Schulden gemacht werden dürften.

Die Stadtbahn-Linie 5 hätte Heepen und Sennestadt ans Liniennetz anbinden sollen.
Das städtische Nahverkehrsunternehmen MoBiel wollte mit der Linie 5 die bisherige Linie 1 über Brackwede/Senne hinaus nach Sennestadt verlängern und zudem den östlich der Innenstadt gelegenen Stadtteil Heepen ans Liniennetz anbinden.

Clausen äußerte sich am Nachmittag enttäuscht. Er empfehle, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen.  „Ein solches Großprojekt kann nur mit Zustimmung der Stadtgesellschaft getragen werden“, betonte er - und die Abstimmung habe eben den Zweck gehabt zu ermitteln, ob es diese Zustimmung gebe.

Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann sprach davon, dass dies „kein guter Tag für den Nahverkehr in Bielefeld“ sei, man das Ergebnis aber respektieren müsse. Die Ablehnung der Linie 5 bedeute jedoch nicht, dass es keinen weiteren Stadtbahn-Ausbau geben werde. In unterschiedlichen Planungsstadien wird derzeit unter anderem an einer Verlängerung der Linie 4 über den neuen Hochschulcampus, der Linie 2 nach Milse-Ost/Altenhagen und der Linie 3 nach Hillegossen gearbeitet. Wie es nun weitergehe, sei jedoch Sache der Politik.

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