Bio-Hof in OWL nach Dioxin-Fund gesperrt
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Ei-Proben eines Bio-Betriebs im Kreis Minden-Lübbecke weisen erhöhte Werte des Dioxin-ähnlichen PCB auf.
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Der Betrieb ist nach Angaben eines Ministeriumssprechers gesperrt worden und darf vorerst keine Eier liefern. Letztmalig seien Eier am 7. März ausgeliefert worden. Sie hatten das Mindesthaltbarkeitsdatum 31. März. Das NRW-Verbraucherschutzministerium veröffentlichte die Stempelnummer: Eier mit der Nummer 0-DE-0521041 sollten Verbraucher und Handel schnellstmöglich entsorgen. „Die Verbraucher können nun gucken, ob sie diese Eier gekauft haben. Dann sollten sie sie sofort wegwerfen“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Malessa am Mittwoch in Düsseldorf.

Bei Eiern aus zwei Ställen seien deutlich überhöhte Dioxinwerte festgestellt worden, bei Eiern aus den beiden anderen Stallungen leicht erhöhte Werte. 

Genauere Erkenntnisse frühestens am Freitag

Bei den Dioxinfunden handelt es sich nach dem bisherigen Erkenntnisstand der Behörden um einen

Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Bereits geringe Konzentrationen können gefährlich sein. Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes festgestellt. In Tierversuchen wurden krebserregende Wirkungen nachgewiesen.
Einzelfall. Das sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Mittwoch. In dem auf dem Hof aktuell verwendeten Futter seien keine Dioxin- Verunreinigungen gefunden worden. Genauere Erkenntnisse erhoffe man sich von der Analyse der Rückstellproben des älteren Futters. Der Lieferant des Futters sitze in Niedersachsen. Die dortigen Behörden seien eingeschaltet worden. Die Dioxinanalysen seien aufwendig, sagte der Ministeriumssprecher. Ergebnisse würden deshalb voraussichtlich nicht vor Freitag vorliegen.

Es werde auch untersucht, ob der Erzeuger seinen Meldepflichten nachgekommen sei. Die Aufsichtsbehörde des Landkreises sei am 26. März informiert worden und habe eine amtliche Kontrolle eingeleitet. Bei Eigenkontrollen sei Dioxin jedoch schon „deutlich vorher“ in den Eiern entdeckt worden. Das Ministerium wurde nach Angaben des Sprechers dann am Montag über die amtlichen Untersuchungsergebnisse informiert. 

Gefährdung nur bei langfristigem Verzehr

Der Verzehr auch der höher belasteten Eier bedeute keine akute Gefährdung, betonte der Sprecher. Schädigungen seien aber bei häufigem und langfristigem Verzehr dioxinverseuchter Lebensmittel nicht auszuschließen. Zuletzt hatten überhöhte Dioxinwerte in Eiern und Fleisch Ende 2010 die Verbraucher verunsichert. Das Dioxin stammte damals aus Futtermitteln.

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