Borreliose - eine Krankheit mit vielen Gesichtern
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In Wäldern und auf Wiesen müssen sich Spaziergänger vor Zecken in acht nehmen.
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Schmerzen, Lähmungen, Fieberschübe: Die Bakterien, Borrelien genannt, können den ganzen Körper befallen und heftige Beschwerden verursachen. Die Krankheit kann chronisch werden und die Patienten fest im Griff haben.

Starke Schmerzen nach Zeckenstich

So wie bei Gisela Becker. Die 76-Jährige aus Oerlinghausen (Kreis Lippe) ist vor zwölf Jahren bei einem Italien-Urlaub von einer Zecke gestochen worden. „Die Borrelien haben vor allem mein Nervensystem angegriffen. Ich bekam starke Schmerzen, besonders nachts“, erklärt sie.

Symptome können sich verändern

Die Krankheit äußert sich bei jedem Patienten anders. Der eine leidet vor allem unter Fieberschüben, ein anderer unter Lähmungen und ein weiterer unter Konzentrationsstörungen. „Die Symptome können sich im Laufe der Zeit auch verändern“, sagt Gisela Becker. Ihre Erfahrungen mit der Krankheit will sie weitergeben: Sie berät Betroffene beim „Borreliose und FSME Bund Deutschland“.

Borreliose tritt häufiger auf als FSME

Zecken sind vor allem wegen zwei Krankheiten gefährlich Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. FSME kann eine Hirnhautentzündung auslösen und kommt hauptsächlich in Süddeutschland vor. Borreliose tritt 16 Mal so häufig auf wie FSME – und das in ganz Deutschland. Laut Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut erkranken pro Jahr 5000 Menschen an Borreliose, 300 infizieren sich mit FSME. „Mit Borreliose muss man überall rechnen“, sagt Susanne Glasmacher. Sie empfiehlt daher, sich nur mit langer Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, ins Grüne zu begeben. „Wenn man sich gleich nach dem Ausflug nach Zecken absucht, ist die Chance groß, dass man gar nicht erst gestochen wird.“ Denn Zecken brauchen manchmal Stunden, um sich eine geeignete Stelle zu suchen.

Wunde genau beobachten

Haben sie bereits zugestochen, könne man sie zuhause selbst entfernen. „Doch die Wunde muss man dann genau beobachten“, sagt Dr. Axel Bergstraeßer, Allgemeinarzt aus Gütersloh. „Wenn man eine Rötung entdeckt, muss man schnell zum Arzt.“ Die Rötung könne darauf hindeuten, dass sich Borrelien im Blut befinden. Die Bakterien werden dann mit Antibiotika bekämpft.

Fallen Zecken eigentlich von Bäumen? Sollte man sie drehen, wenn man sie herauszieht? Mehr Hintergründe zum Thema Zecken sowie Kontakte zu Beratungs- und Selbsthilfestellen finden Sie in der Samstags-Ausgabe der „Glocke“.

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