Breitbandausbau in OWL kommt schleppend voran
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Auch auf dem Land sollen die Bürger in der Region so schnell wie möglich schnelles Internet durch Glasfaserleitungen erhalten.
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Bis 2025 soll in NRW ein flächendeckendes Gigabitnetz existieren. So sieht es der Masterplan der schwarz-gelben Landesregierung vor. „Wir sind zuversichtlich, den Zeitplan gemeinsam mit den Kreisen und Kommunen einzuhalten“, sagte Detmolds Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl am Donnerstag.

„Es gibt noch viel zu tun“

212,7 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Land wurden den fünf OWL-Kreisen sowie der Stadt Bielefeld bereits zugewiesen. „Man sieht, es passiert etwas. Aber es gibt auch noch viel zu tun“, führte Thomann-Stahl weiter aus. Vor allem der Ausbau in Schulen und Industriegebieten habe dabei Priorität, betonte Jens Kronsbein, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung bei der Bezirksregierung.

„Wie im Masterplan festgeschrieben, sollen die Schulen und Gewerbegebiete bis 2022 fit gemacht werden.“ Viel zu tun gibt es insbesondere noch im Bereich Schule. „Landesweit sind 16 Prozent aller Schulen ans Giganetz angeschlossen, hier in OWL sind es nur 6,4 Prozent“, sagte Kronsbein. Grund für diese Lücke sei die weitreichend ländliche Struktur der Region.

Der Weg geht aber in die richtige Richtung

Wollen den Breitbandausbau in OWL gemeinsam voranbringen (v. l.): Michael Stolte (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter), die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Daniel Nölkensmeier (Dezernent der Gigabit-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung Detmold) und Jens Kronsbein (Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung bei der Bezirksregierung Detmold). Bild: Paweltzik
Laut Bezirksregierung befinden sich aktuell 191 der 690 Schulen in OWL (27,7 Prozent) in einem Förderprojekt. Weitere 16,2 Prozent sehen es vor, in naher Zukunft einen Förderantrag zu stellen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den 542 Gewerbegebieten in der Region. „Fünf Prozent verfügen derzeit über einen Gigabitanschluss“, berichtete Kronsbein.

Berücksichtige man zusätzlich bereits gebilligte Förderungen sowie eigenwirtschaftliche Ausbautätigkeiten – darunter fallen Maßnahmen von Telekommunikationsunternehmen –, dann liege die Quote bei 39,9 Prozent. 57 Förderprojekte liegen aktuell in OWL vor, 49 davon befinden sich in der Umsetzungsphase.

Kreis Höxter liefert vorbildliches Beispiel

Initiiert werden diese in Kooperation mit dem Antragsteller in der für die Breitbandoffensive eigens eingerichteten Gigabit-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung. „Wir kümmern uns um den ganzen Lebenszyklus eines Förderantrags – von der Beratung bis zur Umsetzung“, sagte Daniel Nölkensmeier, Dezernent der Stelle, die insgesamt neun Mitarbeiter hat.

Ein Beispiel für die Umsetzung des Breitbandausbaus liefert der Kreis Höxter. Er ist der erste Kreis in Ostwestfalen-Lippe, der 2018 mit dem Ausbau begonnen hat. „Bis Mitte 2019 werden rund 300 Kilometer Glasfaser verlegt und 94 Dörfer mit schnellem Internet erschlossen sein“, sagte am Donnerstag Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter, die das Projekt koordiniert. Hinzu kämen 20 Gewerbegebiete im Kreis, die bis Ende 2019 mit Glasfaser versorgt seien.

Bis Mitte 2019 weiße Flecken auf der Landkarte beseitigen

„Trotz der komplexen Richtlinien und Vorgaben konnten wir in erstaunlich kurzer Zeit die Ausbauprojekte umsetzen. Wenn wir bis Mitte 2019 das neue Netz freischalten können, sind zunächst unsere weißen Flecken auf der Landkarte beseitigt“, erläuterte Stolte. Er hält es für notwendig, dass es auch in ländlichen Gegenden eine vernünftige Netzinfrastruktur gibt.

„Auch die kleinen, entlegenen Bauernhöfe haben ihre Ansprüche. Die Landwirtschaft wird immer digitaler.“ Stolte verglich eine schnelle Internetverbindung mit Gas, Wasser und Strom: „Die muss einfach vorhanden sein.“

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