Brisante Details im Wettmafia-Prozess
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Vorm Landgericht Bochum ist am Donnerstag der Prozess um die Manipulation von Fußball-Spielen fortgesetzt worden.
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Das soll in England passiert sein. Der Hintergrund sei einfach: "Wenn der Schiedsrichter nicht regulär abpfeift, zählen die Wetten in Asien nicht mehr." Sapina gab zu, auch selbst Bestechungsgelder gezahlt zu haben. "Ich habe mich an den Kosten beteiligt, wenn Spielern Geld gegeben wurde", sagte der 35-jährige Berliner den Richtern. Die direkten Kontakte zu Profis, Schiedsrichtern und Funktionären habe jedoch meist sein ebenfalls angeklagter Freund Marijo C. gehabt.

Staatsanwalt Andreas Bachmann zeigte sich zufrieden mit der Aussage Sapinas. "Er ist sehr konkret gewesen", sagte der Ankläger. Er gehe deshalb weiterhin von einem kurzen Verfahren aus. Auch Verteidiger Stefan Conen hält die Offenheit Sapinas für sinnvoll: "Er stellt sich dem Verfahren, weil er die Brücken abbrechen will, die ihn hergeführt haben."

„DFB kann noch mehr tun“

Ob der europäische Fußball heute sauberer sei, sei allerdings fraglich. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) könne sicherlich noch mehr tun. "Dass der DFB besser aufklären könnte, glaube ich schon", sagte Conen auf dem Gerichtsflur. Trotz der geheimen Absprachen hat es laut Sapina keine Führungsebene und auch keine Aufteilung der europäischen Fußballligen gegeben: "Jeder war sich selbst der Nächste."

Der 35-jährige Berliner war nach seiner Verstrickung in den Bestechungsskandal um DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer schon 2005 zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden. Im aktuellen Prozess wird Sapina und fünf weiteren Angeklagten vorgeworfen, an der Manipulation von 47 Fußballspielen beteiligt gewesen zu sein - von der Oberliga bis zur WM-Qualifikation. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

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