Briten fordern freies Schießen in der Senne
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Vorbereitung auf den Einsatz in Krisengebieten: In den Kampfdörfern auf dem Truppenübungsplatz Senne will die Britische Armee bei ihren Schießübungen keine Auflagen mehr befolgen.
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„Wir haben den Antrag im April erhalten und ein Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutz in die Wege geleitet“, sagte Beate Balsliemke, Sprecherin des Kreises Gütersloh, gestern. Geprüft werde etwa, ob der Wunsch der Britischen Armee mit Lärmschutzregelungen zu vereinbaren ist. „Das Verfahren steht noch ganz am Anfang. Ich kann keinerlei Prognose darüber treffen, wie es ausgehen wird.“

Drei Kampfdörfer errichtet

Die Britische Armee hatte im vergangenen Jahr drei Kampfdörfer auf dem Truppenübungsplatz Senne errichtet. An die Genehmigung für den Bau hatte der Kreis Gütersloh Auflagen geknüpft. Unter anderem darf die Armee höchstens 500 Schüsse pro Tag abgeben. Die Briten wollen nun, dass die Regeln aufgehoben werden, um den Übungsplatz voll nutzen zu können. Gegen den Bau der Kampfdörfer hatte es viele Proteste gegeben - unter anderem wegen des erwarteten Lärms und befürchteter Eingriffe in die Natur. Derzeit verhandelt das Verwaltungsgericht Minden über eine Klage des Naturschutzbundes gegen den Kreis Gütersloh. Dabei geht es um die Folgen der Kampfdörfer-Genehmigung für die seltenen Tiere in der Senne.

Im Herbst 5000 Soldaten nach Afghanistan

Unterdessen wurde gestern bekannt, dass ab Herbst möglicherweise 5000 britische Soldaten aus Paderborn im Herbst zum Afghanistan-Einsatz einberufen werden. Armee-Sprecher Mike Whitehurst sagte, er rechne mit einem Einsatzbefehl in den kommenden Wochen. Es wäre das erste Mal, dass eine komplette Brigade, die in Deutschland stationiert ist, für ein halbes Jahr ins Ausland verlegt wird.

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