Briten verzichten auf Leuchtspurmunition
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Am Montag hatte es in der Senne gebrannt. Die Ursache ist zwar unklar, doch haben die britischen Streitkräfte vorsichtshalber den vorübergehenden Verzicht auf Leuchtspurmunition angekündigt.
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Nach dem Flächenbrand in der Senne-Landschaft haben die britischen Streitkräfte zugesichert, vorerst auf Leuchtspurmunition und Pyrotechnik zu verzichten. Dies gelte, "bis sich die Lage wettertechnisch entspannt hat", kündigte der britische Verbindungsoffizier Ian Grant am Dienstag in einer Mitteilung des Kreises Paderborn an. Kreisbrandmeister Bernhard Lücke ergänzte: "Die Ursache der Brände ist nach wie vor unbekannt."

Am Montag hatte auf dem britischen Truppenübungsplatz Senne nahe Hövelhof ein großes Feuer gewütet. Menschen waren dabei nicht zu Schaden gekommen. Seit Tagen warnen Forstbehörden vor Rauchen und offenem Feuer im Wald. Insgesamt vier Quadratkilometer Fläche des Truppenübungsplatzes seien dem Feuer zum Opfer gefallen, sagte Kreissprecherin Michaela Pitz. "Betroffen sind in erster Linie Heideflächen, die sich sehr schnell regenerieren werden. Am Rande sind auch Teile des Hochwaldes tangiert. Hier steht eine Bestandsaufnahme noch aus."

Die Senne ist Heimat vieler seltener Pflanzen und Tiere. Hier leben etwa Eisvögel. "Die Natur in der Senne wird sich von den Schäden bald erholt haben", berichtete in der Mitteilung Umweltdezernent Martin Hübner, der Kontakt mit der Biologischen Station Senne aufgenommen hat. Die Senne brenne seit Jahrzehnten in unregelmäßigen Abständen und gerade das habe zur Artenvielfalt des Ökosystems beigetragen. "Das jetzige Geschehen ist nicht als dramatisch einzustufen."

Apfelmus-Tanklastwagen half beim Löschen

Beim Löschen am Montag war neben deutschen und britischen Feuerwehreinheiten unter anderem ein 30 000-Liter-Tankwagen eines Apfelmus-Herstellers zum Einsatz gekommen. 350 Feuerwehrleute rückten an. Zeitweise sei die Situation sehr kritisch gewesen, als die Brände auf den angrenzenden Kiefernwald überzugreifen drohten, so Lücke. "Das war eine heftige Viertelstunde, Bäume brannten wie Fackeln." Am Montagabend, nach mehr als sechs Stunden, war das Feuer gelöscht.

Offizier Grant warb um Verständnis, dass der Übungsbetrieb nicht komplett eingestellt werden könne. "Welchen Übungsteil soll ich herausnehmen?", betonte er. Auf dem Truppenübungsplatz erhielten die britischen Soldaten ihr letztes Vorbereitungstraining, bevor es nach Afghanistan gehe. Und das sei "überlebensnotwendig", meinte Grant.

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