Brunnenanlage kommt zurück nach Münster
Foto: Kutzendörfer
Kunst für den öffentlichen Raum: Die Initiative um Uta Ramme, Maria Galen, Manfred Petermann, Sandra Silbernagel und Soetkin Stiegemeier-Oehlen (v.l.) kauft „Sketch for a Fountain“.
Foto: Kutzendörfer
„Wir hoffen, dass die Skulptur nächstes Jahr da ist“, sagen Uta Ramme, Maria Galen, Sandra Silbernagel und Soetkin Stiegemeier-Oehlen. Und: „Schön, wieviele Menschen wir ins Boot holen konnten.“ Drei Jahre lang hat die Initiative Spenden gesammelt, um das beliebte Werk von der US-Künstlerin erwerben zu können. Die hatte 2017 an Münsters Promenade fünf lebensgroße Figuren an den Rand eines Brunnen postiert, an dem die es sich sichtlich gut gehen ließen und entspannten. „Eisenman zeigt nicht eindeutig wer Mann oder Frau ist“, erläutert Maria Galen. Ihr gehe es um ein friedliches Zusammenleben, um Toleranz, um Frieden.

Spendenaktion „wie ein Rausch“

Die letzten Beschädigungen und Schmierereien, die sich die zwei Bronze- und drei Gipsfiguren am Abend vor der Bundestagswahl 2017 hatten gefallen lassen müssen, hätten bei den vier Frauen die Initialzündung ausgelöst, sie zu erwerben, erzählt Soetkin Stiegemeier-Oehlen. Wirklich alle in der Stadt hätten unter dem Motto „Lasst Spenden sprudeln“ mitgeholfen. „Es war wie ein Rausch“, sagt Sandra Silbernagel. Als Nicole Eisenman im Sommer 2018 dessen gewahr wurde, hätten sie und ihre Galerie auf ihr Honorar verzichtet, so dass nicht mehr eine Summe von 1,2 Millionen Euro, sondern eine von 600 000 Euro im Raum stand, „was noch einmal einen Motivationsschub für uns gab“. Auch ein Logo für die Spendenaktion habe die New Yorkerin beigesteuert.

Rückkehr der Skulptur bestätigt

Vor wenigen Tagen haben der Rat Münsters Grünes Licht für die Rückkehr von „Sketch for a Fountain“ gegeben und das Land einen Zuschuss von 200 000 Euro bewilligt. Jetzt können die Fünf – die drei Gipsfiguren werden in dauerhaftem Aluminium, weiß patiniert, gearbeitet sein – kommen. Nicole Eisenman, die jüdische Vorfahren hat, sagt in einer Grußbotschaft: „Es ist so unglaublich. Auch wenn ich nie wirklich gezweifelt hab. Dass es jetzt Wirklichkeit wird, dass ich mit meinen Kindern nach Deutschland fahren und ,Sketch for a Fountain‘ besuchen werde, ist einfach überwältigend.“

Verein übernimmt Instandhaltung

Für den Ankauf von „Sketch for a Fountain“ sind seit 2017 Spenden und Förderbeiträge in Höhe von 630 000 Euro eingeworben worden, 280 00 Euro davon von Privatpersonen. Außer dem Land (200 000 Euro) beteiligen sich die Stadt Münster und die Sparkassenstiftung mit je 50 000 Euro, das Bistum gibt 30 000 Euro, die Stiftungen Volksbank Münster und Westfälische Landschaft je 10 000 Euro. Das Geld, das der Verein zusammengetragen hat, reicht aber nicht. Für den Brunnenbau und die Erschließung des Areals an der Promenade von Münster werden nach seinen Angaben noch Spenden in Höhe von 150 000 bis 200 000 Euro benötigt. Für Instandhaltung und Wartung, für die die Initiative zuständig sein wird, veranschlagen ihre Mitglieder 10 000 Euro pro Jahr. Hierfür sollen Fördermitgliedschaften und Jahrespatenschaften vergeben werden. Einige Fördermitgliedschaften sind bereits eingeworben.



SOCIAL BOOKMARKS